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Archive for the ‘Zeitung’ Category

Achse des Ostens

Mit Inkrafttreten des Genfer Abkommens zum Aufweichen der Sanktionen gegen den Iran im Januar dieses Jahres begann der große Run auf den geöffneten Markt. Seither versucht man auch in Sachsen-Anhalt alles, um sich an den Iran heranzuwanzen. Die Freunde der Islamischen Republik arrangierten deshalb gleich mehrere Treffen, um alte Beziehungen wiederzubeleben.
Unter anderem wurde Ende Mai gemeinsam mit Gleichgesinnten aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen eine viertägige Delegationsreise in den Iran organisiert. Daran beteiligten sich Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die von einem Pressetross begleitet wurden. Die Unterdrückung von Frauen, Homosexuellen oder Oppositionellen hinderte sie an der Teilnahme ebenso wenig, wie die jahrelangen Drohungen, Israel auszuradieren, zu deren Umsetzung der Iran den Bau der Atombombe anstrebt. Dabei wissen die Organisatoren der Delegationsreise ganz gut, wie es im Iran zugeht. In der Einladung wurden mögliche Interessenten belehrt, dass man mit israelischem Einreisestempel kein Visum erhält. Außerdem wurde dazu aufgerufen, die »geltenden Gesetze und Regeln« der Frauenunterdrückung zu berücksichtigen. Um gar nicht erst den Eindruck entstehen zu lassen, man würde deren Zwangsunterwerfung nicht respektieren, sollten die weiblichen Delegierten in einer Broschüre, die an die iranischen Gastgeber verteilt wurde, mit Kopftuch abgebildet werden. Entsprechende Passbilder wurden in der Einladung eingefordert. Dass die Frauen der sachsen-anhaltischen Delegation dennoch unverhüllt abgedruckt wurden, ist weniger als Einwand gegen die Diskriminierung zu verstehen. Vielmehr wurden die Kopftuchbilder schlichtweg verschlampt: »Das ist kein Statement, sondern nur Zufall. Wir hatten auch Fotos mit Kopftuch produzieren lassen. Diese sind leider verloren gegangen.« betonte das Magdeburger Wirtschaftsministerium, um gegenüber der mitreisenden Konkurrenz nicht benachteiligt zu werden.
In Zeiten des großen Goldrausches sind Skrupel Luxusware – das gilt umso mehr für Bundesländer, die nur selten auf der Gewinnerseite stehen. Über Menschenrechtsverletzungen und Judenhass wird darum einfach hinweggesehen. Als im Juni 2016 die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU den iranischen Botschafter Ali Majedi einlud, um mit ihm über »frische Geschäfte« zu plaudern, erklärte ein Teilnehmer im Interview mit Radio Corax: »Ich kann sie [die Menschenrechtssituation im Iran] nicht beurteilen, ich kann sie nur in den Medien verfolgen.« Ein anderer Besucher gibt jedoch zu bedenken, dass es sich bei Berichten über Auspeitschungen oder den Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb um »besondere BILD-mäßige Aufmacher« handle. Kritik sei darum nicht so gut, ergänzt ein Dritter, die wäre »so ein bisschen diskriminierend, so ein bisschen beleidigend«. Das bedeutet aber nicht, dass den Organisatoren die Situation im Iran vollkommen gleichgültig ist. In der Einladung zum Treffen mit Majedi wurde betont, die Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen sei auch notwendig, »um die jetzige iranische Regierung zu stabilisieren.« Es ist kein Zufall, dass die Bewohner eines Landstrichs, wo Wessi-Bashing zum Kulturerbe gehört, ausgerechnet dem antiwestlichen Regime aus Teheran den Rücken stärken wollen. Die Interviewpartner bekräftigten ihrerseits das Anliegen und bedauerten noch im gleichen Atemzug die neuerlichen Sanktionen gegen Russland. Trotz aller Beschwichtigungsversuche stören auch die steigenden Hinrichtungszahlen seit Rohanis Machtantritt bei der Schwärmerei für den Iran wenig. Wer sich einmal in den Untiefen von Kommentarspalten oder Facebook verloren hat, der weiß, dass brutales Durchgreifen gegen Sünder aller Art auch hierzulande zahlreiche Fans besitzt.
Nicht nur die CDU ist vom Iran begeistert, sondern Mitglieder aller Fraktionen. Im August reiste die kommende Generation der grünen Parteispitze für drei Wochen in den Iran. Darunter befand sich Theresa Kalmer, ehemalige Vorstandssprecherin der Grünen Jugend Halle, die ihre Karriere als Sprecherin des Bundesverbandes fortsetzte. In ihrem Reisebericht stellte sie das Regime als nachvollziehbares Echo auf eine angebliche, westliche Kolonialgeschichte im Iran dar. Rohanis Hinrichtungsexzesse legitimierte sie mit politischer Notwendigkeit: »Die dennoch hohen Hinrichtungszahlen wurden uns so erklärt, dass er aufgrund seiner moderaten Politik innenpolitische Härte zeigen muss, um auch die Konservativen hinter sich zu bekommen.« Man kann nur hoffen, dass sich Kalmer niemals genötigt fühlen wird, Konservative zu beeindrucken. Im Laufe der weiteren Diskussion legte sie noch eine Schippe drauf, als sie bezüglich des Atomstreits erklärte: »Ich versuche nichts zu relativieren. Ich glaube nur, dass es nicht viel bringt, den Iran so darzustellen, wie ihr es immer tut und gleichzeitig Netanjahus Hardliner Rhetorik ignoriert.« Trotz der ungeschminkten Gleichsetzung iranischer Vernichtungsfantasien gegen Juden mit den Versuchen Israels, diesen Wunschträumen Einhalt zu gebieten, blieb eine Reaktion auch bei denjenigen sachsen-anhaltischen Parteigenossen aus, die sonst zu jeder Nazisprüherei eine Presseerklärung herausgeben. Das liegt wohl auch daran, dass damit die eigene Wählerschaft vergrault werden würde, die sich schließlich aus solchen ehrenamtlich Engagierten zusammensetzt, die ihrerseits für die Annäherung an den Iran werben.
Im Iran freut man sich unterdessen über das Engagement. Im August erwiderten iranische Vertreter das hiesige Interesse mit einem Besuch in Magdeburg, um die Beziehungen weiter zu vertiefen. Über eine engere Kooperation mit Sachsen-Anhalt wird bereits nachgedacht. Wenn das Land der Frühaufsteher zukünftig das Morgenland mit Material für den Bau der Bombe und andere Sauereien beliefert, bleibt nur zu wünschen, dass das Zeug sein Schicksal mit den Kopftuchbildern teilt.

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Das im Mai 2016 erschienene Buch Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde wurde sondergleichen gehypt. Die bundesrepublikanische Presselandschaft lobhudelte das im Rowohlt-Verlag veröffentlichte Buch des israelischen Autors Shahak Shapira dafür, dass es »zwischen Satire und Ernsthaftigkeit viel mit Vorurteilen [arbeitet], um gerade diese nicht zu bestätigen. In Zeiten neuer Diskussionen über das Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen ein interessantes Projekt, das hilft, Klischees zu entlarven« (Die Welt) und »mit seinen Witzen auf Diskriminierungen aller Art aufmerksam macht, […] über kulturelle Unterschiede herzieht, aber ernsthaft böse wird, sobald in simplem Schwarzweiß gedacht wird« (Frankfurter Allgemeine Zeitung).
Doch jedem mit Restvernunft ausgestatteten Leser bleibt bei der Lektüre des um Komik bemühten Buches das Lachen im Halse stecken. Ursächlich dafür ist vor allem der erklärte Antirassismus des Autors, der den Strom an Flüchtlingen als »Chance für ein neues, ein besseres Verhältnis zwischen Juden und Muslimen« verstanden wissen will. Vergegenwärtigt man sich, dass Shahak Shapiras Großvater väterlicherseits Amitzur Shapira 1972 als Leichtathletiktrainer der israelischen Olympiamannschaft beim Attentat des arabischen Freikorps Schwarzer September ermordet wurde, nimmt es groteske Züge an, wenn der Enkel schreibt, dass »wir ausgerechnet hier in Deutschland das schaffen [können], was wir in unseren Heimatländern bisher nicht geschafft haben – friedlich zusammenzuleben«. Der andere Großvater verlor all seine Angehörigen und überlebte die Vernichtung der europäischen Juden zufällig, da er sich als Christ ausgeben und verstecken konnte.
Um das Ausmaß des interkulturellen Trauerspiels zu begreifen, empfiehlt sich ein Rückblick auf die Lebens- und Sozialisationsgeschichte des heutigen Kreativdirektors aus Berlin-Neukölln. Die ersten zwölf Lebensjahre verbrachte Shapira in Oranit, einer kleinen jüdischen Siedlung im Westjordanland. Am 4. Juli 2002 zog er mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder aus familiären Gründen nach Laucha in Sachsen-Anhalt. Die Tatsache, als Israeli in einem abgehängten Provinzkaff wie Laucha die Pubertät zu er- und überleben, dürfte ausreichend Stoff zum Schreiben bieten, zumal Laucha nicht irgendein Ort in der Ödnis des Burgenlandkreises ist. Überregionale Bekanntheit erlangte die Gemeinde aufgrund der überproportional hohen Wahlergebnisse für die NPD und durch den Schornsteinfeger Lutz Battke, der allein wegen seines äußeren Erscheinungsbildes als die Sehenswürdigkeit des Dorfes schlechthin gilt. Laucha sorgte zudem im Jahr 2010 für Schlagzeilen. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde der jüngere Bruder des Autors von einem Neo-Nazi als »Judenschwein« beschimpft und verprügelt. (Vgl. Bonjour Tristesse #11)
Zu diesem Zeitpunkt lebte Shahak Shapira bereits in Berlin, wo er seine Fußball-Vereinskarriere als Amateur in der zweiten Mannschaft des 1. FC Wilmersdorf fortzusetzen versuchte. Anders als beim BSC 99 Laucha, für den Shapira im Rückblick berechtigterweise nur Hohn und Spott übrig hat, verstand er hier die Welt nicht mehr, als er von seinen damaligen türkischen und arabischen Mannschaftskollegen als »Ungläubiger« und »Judenschwein« beschimpft, bedroht, geschlagen und als Provokateur ausgeschlossen wurde. Die naheliegende Schlussfolgerung, dass eine geistige Verwandtschaft zwischen Anhängern des Dschihad und des Dritten Reichs besteht, zieht er in seinem Buch nicht. Stattdessen geriert er sich als unverbesserlicher Antirassist: »Wir sind doch alle Ausländer, wir sitzen im selben Boot. […] Wir leiden alle unter Rassismus. Wieso sagt keiner was, wenn ich so beleidigt werde?« Offenbar ist Shapira der grundlegende Unterschied von Rassismus und Antisemitismus bislang entgangen. Sonst wüsste er, dass der Rassist von der Überlegenheit der eigenen Rasse ausgeht, wohingegen der Antisemit davon überzeugt ist, dass hinter allem Bösen auf der Welt der allmächtige Jude steckt. Obwohl Shapira stets und ständig betont, sich nicht instrumentalisieren lassen zu wollen, wirken seine politischen Statements so, als ob er bei der Bundeszentrale für politische Bildung als jüdischer Multiplikator für Toleranz und Demokratieerziehung angestellt wurde: »Im Kampf gegen Rassismus gibt es keinen Platz für Rosinenpickerei. Man kann sich nicht aussuchen, wann man sich dagegen stellt und wann nicht. Man kann nicht nur dann betroffen sein, wenn es einen selbst trifft. Wer nicht diskriminiert werden möchte, darf nicht zusehen, wenn andere diskriminiert werden, egal, ob es sich um Juden, Araber, Christen, Frauen oder sogar Alice Schwarzer handelt. Gegen jede Benachteiligung anzutreten ist unsere einzige Chance, den Hass zu besiegen. Keine Religion dieser Welt schreibt einem vor, ein Arschloch zu sein – das ist eine Entscheidung, die jeder von uns selbst fällen darf.« Seine gut gemeinten Ratschläge verkündet er wohlgemerkt obwohl er in der Silvesternacht 2015 von einer aggressiv pöbelnden Gruppe islamischer Jungmänner beschimpft, bespuckt und geschlagen wurde und nur durch die Hilfe eines Bekannten entkommen konnte. Anstoß der politischen Auseinandersetzung war die lautstarke Bekundung »Fuck Israel! Fuck Israel! Fuck Juden!« seitens der sieben Deutsch-Araber. Shapira war nicht gewillt, sich die U-Bahn-Fahrt vom Halleschen Tor bis zum Bahnhof Friedrichstraße dadurch vermiesen zu lassen. Er zeigte Zivilcourage, wofür er später vom Außenminister Steinmeier zu einem Buffet geladen wurde, und bat um Ruhe. Bei der Gerichtsverhandlung erfuhr Shapira, dass er im Gegensatz zu einem anderen Mitbürger glimpflich davon gekommen ist. Diesem versetzte die diskussionsfreudige Gruppe am Mehringdamm zuvor »ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Mittelgesichtsfraktur, ein Monokelhämatom […], eine Nasenbeinfraktur, eine andauernde Schiefstellung der Nase sowie ein bleibendes Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte«.
Shapira nimmt zwar die »antisemitischen Zwischenfällen in der Stadt« zur Kenntnis, die »in letzter Zeit leider auch zunehmend vonseiten junger Muslime« verursacht werden. Er schreibt aber auch folgendes: »Inzwischen gibt es aber nicht mehr genug Juden in Deutschland, die man hassen muss (wo sind sie nur geblieben?), also müssen jetzt die Muslime herhalten.« Worauf läuft es hinaus, wenn er trotz seiner eher nachdenklich stimmenden Erfahrungen mit Moslems diese als die Juden von heute betrachtet, so als wären hunderttausende von ihnen nicht als Flüchtlinge von der Bundesrepublik aufgenommen sondern systematisch dehumanisiert und entrechtet worden, um sie demnächst der kollektiven Vernichtung zuzuführen? Shapira zeigt zum einen, wieviel es an vorsätzlicher Naivität, Anpassungsbedürfnis und Unterwürfigkeit bedarf, um sich selbst zum Sprachrohr der deutschen Staatsräson und damit zum de facto deutschesten Juden der Welt zuzurichten. Zum zweiten zeigt Shapira exemplarisch, dass der Antirassismus vor allem die Verharmlosung des Antisemitismus auf seiner Agenda hat. Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass in der Anklageschrift keine Rede von Antisemitismus oder Volksverhetzung war und das Gericht Shapiras Fall eingestellt hat.

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Seelenkur Antirassismus

An der Kunsthochschule Burg Giebichenstein gibt es zwar keine ordinären Rassisten, hierfür jedoch eine unstillbare Nachfrage nach gruppentherapeutischen Sitzungen, in denen es vorrangig um die eigenen Gefühle und Befindlichkeiten geht. Längst gibt es an der Burg ein breites Programm an Seminaren, das ausreichend Raum für die Ich-Pflege bietet. Nebenher fällt massenhaft Zeit bei den regulären Lehrveranstaltungen ab, um sich losgelöst von objektiven Zumutungen – Tatsachen, Wahrheit, Logik etc. – gemeinsam mit den Kommilitonen und Dozenten der Seeleninventur zu widmen. Aber niemals könnte das Angebot den Bedarf decken. Alle Bemühungen zur Abhilfe nehmen sich aus wie die Wasserpistole vor dem Waldbrand. So überrascht das breite Interesse nicht, auf welches das Anti-Rassismus-Training stieß, das jüngst an der Hochschule durch Phoenix e.V. angeboten wurde. Bereits im Vorfeld versprach das Trainingskonzept des Vereins für alle Familienangehörigen der Burg – Mitarbeiter, Studenten und Absolventen – ein ungestörtes Workout für die eigenen Befindlichkeiten. »Das Anti-Rassismus-Training hilft, die Eingebundenheit der eigenen Persönlichkeit in rassistische Denk- und Gefühlsmuster zu erkennen und einen Bogen zu schlagen zu der rassistischen Prägung in der Sozialisation«, so der Verein, der mit seinem Seminar vor allem »den Kontakt zum eigenen Ich verstärken« will. So wird der Selbstbespiegelung der Vorzug gegenüber lähmender Begriffsklärung gegeben. Ein Trainingskonzept, welches hervorragend zu den Wünschen und Fähigkeiten der Hochschulangehörigen passt.
Das Therapieangebot des Vereins richtet sich ohnehin weniger an gestandene Rassisten. Vielmehr soll eine andere Bevölkerungsgruppe therapiert werden: »Wir halten die Teilnehmer dazu an, sich nach dem Konzept der Critical Whiteness, des kritischen Weißseins, mit ihrer Rolle im System des Rassismus auseinander-zusetzen. Hierbei geht es uns darum, die Teilnehmenden aufzubauen. Gesellschaftlich können wir auf Dauer nur etwas verändern, wenn viele Menschen anfangen, das kleine und das große Geflecht des Rassismus zu erkennen, und bereit sind, sich zu fragen: Wer bin ich als Weiße? Wer bin ich als Weißer?« Dem tragenden Konzept nach, scheint Rassismus zuvorderst eine Frage der Hautfarbe zu sein. Dass die Mitarbeiter des Vereins das Sozialverhalten über die Abstammung erklären, dürfte die Teilnehmer an der Burg nicht gestört haben. Sie schätzen Critical Whiteness vor allem als ein Mittel zur Identitätsversicherung. Solange es noch Kommilitonen gibt, bei denen man sich nach dem Training die neuerworbene Sensibilität bestätigen lassen kann, haben sie auch mit Rassismus kein ernsthaftes Problem. Das selbstgerechte Gestöber nach ausgrenzenden Gefühls- und Denkmustern, diskriminierenden Strukturen und geburtsbedingten Privilegien findet aber eben darin seinen letzten Grund. Bei der Kontaktaufnahme mit dem eigenen Ich geht es natürlich nicht darum, irgendwelche Ressentiments auszutreiben. Solch eine kritische Auseinandersetzung ist nie aufbauend, sondern ein zäher und schmerzhafter Prozess, bei dem die ersten Reaktionen bekanntermaßen Fremdbezichtigung und Selbstrechtfertigung lauten. Stattdessen ist es vielmehr das Ziel, ein psychologisches Ticket in Besitz zu nehmen, mit dem eigene Unzulänglichkeiten und fremde Vorzüge erklärt werden können. Der großgewachsene, eloquente Kommilitone erscheint nach dem Empowerment irgendwie als Nutznießer kolonialistischer Privilegien. Die gutaussehende, talentierte Bekannte wirkt mit einmal wie eine oberflächliche Pute, die von ihrem latenten Rassismus nichts wissen will. So gewinnt das eigene Innenleben vorübergehend an Attraktivität und Tiefe, wo vorher nur Selbstzweifel vorherrschten. Die beständige Beschäftigung mit Diskriminierung und Vorurteilen trägt auch dazu bei, den Selbsthass zumindest für den Moment in Opferstolz zu verkehren. Nach dem Seminar fühlen sich die Teilnehmer nicht nur liebenswerter, sondern insgeheim natürlich auch als unverstandene Leidtragende fremder Vorurteile. Anstelle von Selbstvorwürfen tritt die Gewissheit, dass vor allem die Gemeinheiten der Anderen das eigene Glück verhindern. Somit braucht es keinen Rassismus, um den Antirassismus zu neuen Blüten zu treiben. Es reichen Menschen auf der Suche nach ihrem Ich, wie sie innerhalb der Burgmauern haufenweise zu finden sind.

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Kein Penny für Penny

Zu einem abendlichen Salongespräch hat im März dieses Jahres die Karrieregefolgschaft Queer Einsteigen Halle der Heinrich-Böll-Stiftung geladen, um über »Lügen, Liebe, Freiheit und über mehr Vielfalt, Mut und Glitzer in Zeiten des Kapitalismus [zu] sprechen«. Stargast des Abends war die BDS-Aktivistin Laurie Penny (Boycott, Divestment and Sanctions against Israel). Bereits im Vorfeld wurden die Veranstalter auf Pennys politisches Engagement in der BDS-Kampagne Artists for Palestine UK hingewiesen, doch sie hielten einen diskursiven Austausch für ansehnlicher als die Veranstaltung kurzfristig abzusagen. Einige hundert neugierig Interessierte kamen der Einladung zum freudigen Palaver über ihr neustes Buch Unspeakable Things: Sex, Lies and Revolution nach. Während ihrer Reise durch die deutsche Podienlandschaft hatte Penny in einem offenen Anbiederungsbrief an die deutsche Linke deutlich gemacht, dass sie das »Recht von Menschen verteidige, israelische Produkte und Dienstleistungen aus Protest gegen die andauernde Besetzung von Gaza und dem Westjordanland zu boykottieren«, was für sie »etwas sehr anderes als für einen Deutschen christlicher Abstammung bedeutet, denselben Boykott zu unterstützen.« Penny, die für die Linke aussprechen darf, was diese sich nicht erlauben kann, bezeichnet sich – ganz im Sinne der Nürnberger Rassegesetze – als Halbjüdin, womit sie glaubt gegen antisemitischen Wahn immun zu sein. Doch Penny ist nicht die verfolgte Unschuld, sondern wirkt aktiv mit am antisemitischen Propagandafeldzug gegen Israel. Bereits im Sommer 2014 hatte sie einen Artikel im New Statesman unter dem Titel As Israel’s assault intensifies, it is not anti-Semitic to say: not in my name veröffentlicht. In völliger Verkennung des politischen Dschihadismus behauptet sie, die Juden seien selbst Schuld am Terror, der ihnen widerfährt. Den israelischen Staat bezichtigt sie, von blutrünstiger Mordlust getrieben zu sein, die ein unersättliches Gefühl der Sicherheit stillen solle, wohingegen der arabische Antisemitismus keine reale Gefahr sei. Ihr ist jedes Mittel zur Delegitimierung Israels recht, in dem sie den Grund allen Übels sieht. Ungeachtet der Tatsache, dass die Wirtschaftsboykotte der BDS-Kampagnen nicht den Bewohnern im seit 2005 nicht mehr besetzten Gazastreifen zugutekommen, sondern ihnen vielmehr schaden, fällt sie noch all jenen in den Rücken, die sich bessere Lebensverhältnisse wünschen. Dabei verwundert es nicht, dass sie von der Heinrich-Böll-Stiftung hofiert wird, subventioniert diese doch NGO-Projekte wie Miftah, die die antisemitische Ritualmordlegende zur Dämonisierung des jüdischen Staats reaktivieren, die Kennzeichnungspflicht für israelische Waren fordern, zum Boykott derselben aufrufen und im Schulterschluss mit den Feinden Israels eine Politik offenbaren, die mitnichten zur Stabilisierung der politischen Lage im Nahen Osten beiträgt. Mit Penny setzten sich die Queereinsteiger das gute Gewissen des Popfeminismus auf die Bühne und wehrten jegliche Kritik als sexistisch, da angeblich männlich, ab. Derart autoritär gesonnen griff das unkritische Einverständnis in larmoyanter Feindseligkeit um sich und erfasste auch das widerspruchsfreie Salonpublikum, für das der Abend zu einem unterhaltsamen Spektakel wurde – nicht zuletzt dank der Störer des verqueeren Hassfriedens. Diese wurden schlussendlich von der Staatsmacht abgeführt, auf dass man der friedfertigen Antisemitin weiter lauschen konnte. Was für Penny ein gutes Geschäft war, kam den career fellowships der Heinrich-Böll-Stiftung gerade recht: Im bedingungslosen Willen, dem Salonabend etwas Positives abzugewinnen, postulierten sie die diskursive Offenheit des Podiums und verleugneten den ehrbaren Israelhass. Fraglich bleibt, was der Feminismus noch wert ist, um den es an diesem Abend gehen sollte. Ohne das kritikresistente Publikum, das erwartungsgemäß amüsiert werden wollte, wäre der Erfolg einer Laurie Penny jedenfalls nicht denkbar. Für die heiteren Gemüter dürfte ein köstlicher Kochabend mit Frauke Petry ähnlich unterhaltsam sein.

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Unter der Haube

Die Initiative Fremde Freunde des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara in Halle wirbt auf einem Flyer mit dem Spruch »Bei uns wird schon immer ein Tuch auf dem Kopf getragen« für kulturelle Toleranz. Darunter befindet sich eine Nonne, die das ordenstypische Habit mit Schleier und Haube trägt. Dem Cultural-Awareness-Team der Klinik geht die Erkenntnis ab, dass in der Nacht nicht alle Katzen grau sind, soll heißen: Zwischen islamischer Zumutung und Degradierung und der freiwillig gewählten Askese einer Nonne will man keinen Unterschied machen. Eine Nonne geht eine symbolische Ehe mit Jesus ein. Als Zeichen dieses Bündnisses trägt sie eine Kopfbedeckung, wie sie früher für verheiratete Frauen üblich war. Während die Verschleierung der Nonnen Ausdruck selbstgewählter Dummheit ist, spiegeln Hidschabs und andere Gesichtstüten die zwanghafte Auslöschung weiblicher Sexualität und Persönlichkeit wieder. Sie sind ein Herrschaftsinstrument der brutalen patriarchalen Gesellschaftsordnung des Islam. Folglich ist der Slogan der hallischen Krankenhauschristen ein Schlag ins Gesicht für all jene, die vor diesen Zuständen flüchten, und mit denen man sich zu solidarisieren vorgibt.
Doch steht im Mittelpunkt der Kampagne weder die Solidarität mit jenen Frauen, die den Schleier als Zwang empfinden, noch kann man von den christlichen Flüchtlingshelfern eine tatsächliche Unterstützung bei der Emanzipation aus regressiven islamischen Gesellschafts- und Familienstrukturen erwarten. Wie bei allen Willkommen-Initiativen geht es auch hier nicht um das Wohl des gewählten Fürsorgeobjekts sondern um das Zuschautragen der eigenen Gutwerdung und der Bewunderung fremder Kulturen. Als ironisch erweist sich die Tatsache, dass die Flyer in hallischen Kneipen ausliegen – ausgerechnet an jenen Orten also, die die christlichen Flüchtlingshelfer in ihrem vorauseilendem Gehorsam gegenüber »kulturellen Werten« wahrscheinlich als haram und somit tabu für ihre Schützlinge betrachten.
Aber auch das Schielen auf den ständig wachsenden politischen Einfluss des Islam scheint die frommen Initiatoren der Kampagne anzutreiben. Eine Eigenschaft, die den christlichen Konfessionen immer mehr abgeht, haben sie doch mit stetig sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. In der christlichen Kopftuchbegeisterung schwingt auch immer die neidvolle Bewunderung der totalitären Praxis des Islam mit, die man sich nur allzu gerne, angespornt durch die Erinnerung an alte Macht und Größe, zu eigen machen würde, um selbige wieder herzustellen.

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Laut Wikipedia steht die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) zu anderen regionalen Blättern in keinem Konkurrenzverhältnis. Dennoch fällt die Auflage des Provinzanzeigers jährlich und hat sich im Vergleich zum Jahr 1998 nahezu halbiert. Kein Wunder: Der landläufige Hallenser hat seine Liebe zu einem anderen Käseblatt entdeckt. In einer Statistik von Meedia, einem großen Onlinebranchendienst, belegt Halle unter den 20 Städten und Landkreisen mit den meisten Bildzeitungslesern die unangefochtene Spitzenposition. Das sagt weniger über die Qualität der Zeitung als über den geistigen Zustand der Einwohner in der Saalestadt aus. Mit einer Auflage von knapp 50.000 Exemplaren ist Bild Halle im Vergleich zur MZ zwar noch relativ klein, dafür umso beliebter beim einheimischen Publikum. Die Begründung dazu schaltete sie in einer Werbeanzeige bei mediaimpact. Dort heißt es: »Die unverwechselbare Aufmachung mit plakativen Headlines und hohem Bildanteil, der lebendige redaktionelle Stil, der attraktive Themen-Mix: Das alles macht BILD HALLE für die Leserschaft so einzigartig, dass sie sich täglich aufs Neue ganz bewusst zum Kauf entscheidet.«
Ganz offensichtlich ging diese Werbung auch nicht an den Redakteuren der MZ vorbei. Besonders beim Punkt der plakativen Headlines müssen sie hellhörig geworden sein. Anders lässt sich die stetige Annäherung an die Bild-Aufmacher nicht erklären. Um diese Behauptung zu untermauern hier einige Überschriften beider Zeitungen. Das Zuordnen wird dabei dem Leser überlassen: »Fall Yangjie Li – Erst ermordet, dann entehrt«, »Studentin umgebracht – Was passierte in der Wohnung des Pärchens?«, »Mutmaßliches Killer-Pärchen zog kurz vor Festnahme aus«, »Jagt die Kripo einen Serien-Sexmörder?«, »Polizisten nach Tod von Yangjie Li im Zwielicht«, »Mordfall Yangjie Li – Jetzt sprechen die Eltern des Tatverdächtigen«.
Die reißerischen Schlagzeilen beziehen sich dabei auf den Mord an der jungen Studentin Yangjie Li aus Dessau im Mai dieses Jahres. Auch die Berichterstattung war durchsetzt von Sensationsgeilheit und Triebabfuhr. So konnte sich der Leser hervorragend in die Tat hineinfühlen und seinen Obsessionen freien Lauf lassen. Natürlich wird dabei immer Abscheu vorgetäuscht, die meist in ein Bestrafungsbedürfnis fernab jeder Rechtsstaatlichkeit mündet. Dieser Hass geht nicht zuletzt darauf zurück, dass der sabbernde Leser Straftaten im Allgemeinen und Sexualstraftaten im Besonderen nur durch die Medien vermittelt erleben darf. Wer die Artikel der beiden genannten Zeitungen aufmerksam verfolgt hat, wusste am Ende genau, was die junge Frau während der Tat erlitt, wie es in den Köpfen des ausgemachten Täterpärchens aussah und wie die Eltern des Opfers mit ihrem Verlust umgingen. Dabei wurde selbstverständlich auch nicht vor Spekulationen haltgemacht. So konnte hemmungslos über den vermeintlichen Ablauf der Tat berichtet und der spannenden Frage nachgegangen werden, ob die mutmaßlichen Täter ihr Opfer nach dem »Sex-Spiel« (Bild) aus dem »Fenster in ein Gebüsch« (MZ) geworfen haben. Das Bedürfnis, den Leser die Tat nacherleben zu lassen, steht bei dieser Art von Berichterstattung stets im Vordergrund, weshalb die Taten so ausführlich geschildert werden. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Themen, die beide Redaktionen zu effekthascherischen Aufhängern motivieren. Der Unterschied zwischen beiden Blättern liegt einzig darin, dass sich die eine Redaktion bewusst ist, dass sie ihr Publikum mit plakativen Überschriften und sensationslüsternen Berichterstattungen begeistert, während die andere sich als seriös begreift und für sich den Anspruch auf Qualitätsjournalismus reklamiert. Voneinander zu unterscheiden sind beide kaum noch. Ob sich die Auflage des langsam krepierenden Revolverblatts erhöhen wird, bleibt abzuwarten. Dem gemeinen Hallenser wird das egal sein, so lange er weiterhin diese Art von Nachrichten, die ihn fesseln und überraschenderweise doch noch zum Lesen motivieren, erhält. Sollte der Leser dieser Zeilen jetzt enttäuscht sein, dass die Auflösung der Titelzeilen ausbleibt, so kann er gerne bei der Redaktion Bonjour Tristesse nachfragen, welche vier der sechs Schlagzeilen der MZ zuzuordnen sind.

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Tu was, tu was, tu was!

Wenn die Grenzen für Flüchtlinge dicht gemacht werden, die AfD bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt ordentlich abräumt, sich die Hetze gegen die Neuankömmlinge viral im Internet austobt und der Nazi-Alkoholiker-Selbsthilfeverein Brigade Halle am 25. Juni zum Aufmarsch in das Plattenbauviertel Silberhöhe lädt, fühlt sich der gemeine hallische Antifaschist mehr als hilflos. Wirksame Aktivitäten sind kaum möglich. Die Silberhöhe ist zivilisatorisches Brachland, der Internetmeinungsmob unbeeindruckbar. Gerade aufgrund der eigenen Bedeutungslosigkeit – Polizei und Justiz schaden in weiten Teilen der Republik den Nazis weit mehr als die örtlichen Antifa-Gruppen, und Nazis finden sowieso alle doof – juckt es der Antifa in den Fingern. Einfach nur Zuhause zu sitzen oder zum Badesee zu fahren, kommt nicht infrage. So einfallsreich wie Halle gegen Rechts und No Halgida – die bei jedem Naziaufmarsch zur immer gleichen Fahrraddemo aufrufen und nach jedem Naziübergriff eine Spontandemonstration organisieren, auf der auch mal Regierungsparteivertreter sprechen und man sich via Lautsprecher auf die nächste Spontandemonstration freut – ist man nämlich allemal. Wohl die Aufforderung »Tu was!« des autonomen Selbstbespiegelungsbarden Quetschenpaua im Hinterkopf, sagt man sich, dass man schließlich irgendetwas machen muss. Irgendwas muss doch gehen, um die eigene Ohnmacht zu überwinden. Da einem nichts Gescheites einfällt, werden also kurzerhand zwei Häuser in Halle besetzt. Das läuft dann so: Man verschafft sich Zutritt zu unbewohnten Häusern, hängt ein paar Transparente aus den Fenstern und verzieht sich wieder. Da dies allein die Gesellschaft noch nicht zu Fall bringen dürfte, wird gleich noch ein ungewöhnlich umfangreiches Bekennerschreiben hinterhergeschoben. Genauso beliebig wie die Aktionsform selber ist die Erklärung der sich verantwortlich zeichnenden Gruppe gegen die deutsche Normalität: Ein Rundumschlag gegen Nazis, kommunale Sachbearbeiter, Fremdenfeinde und – natürlich – gegen Staat und Kapital. Drunter macht man es nämlich nicht. Arg bemüht wirkt es dann, wie alle »Symptom[e] eines gesellschaftlichen Mit- oder vielmehr Gegeneinanders« miteinander in Beziehung gesetzt werden. So seien »Nazis die konsequenteste Ausprägung von Ideologien, die von der staatlich und kapitalistisch verfassten Gesellschaft notwendig immer wieder hervorgebracht werden« – ganz so, als wäre die Existenz der Brigade Halle ein Naturgesetz. Und ganz so, als passte zwischen den Nazis und der deutschen Mehrheitsbevölkerung kein Blatt. Dass sich gerade Deutschland im letzten Jahr als Willkommensweltmeister inszenierte und eben nicht das gleiche tat wie die Nazis oder andere besorgte Bürger, ist den hallischen Hausscheinbesetzern offenbar entgangen. Beziehungsweise musste es von ihnen ignoriert werden, da die eigene Legitimationsgrundlage flöten ginge, würde man sich eingestehen, dass die deutsche Regierung zumindest eine Zeit lang effektiver auf Antira machte als man selbst. Auch das Abarbeiten am »Kapital« oder der »kapitalistischen Verwertungslogik« hat gerade im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wenig mit der Realität zu tun, waren es doch weite Teile der deutschen Wirtschaft, die dem massenhaften Zuzug von möglichen – oft jungen – Arbeitskräften freudig entgegen sahen. Ein besseres Verständnis wiederum hat man von den Sorgen und Nöten der Nazis. Diese haben anscheinend keine andere Wahl, als gegen alles Fremde zu hetzen. Schließlich seien es die Rassisten, die »an ihren Opfern all jene Gewalt und jene psychischen Verstümmelungen ausüben (wollen), die ihnen jeden Tag in dieser Gesellschaft angetan werden und die sie sich in vorauseilender Disziplinierung selbst tagtäglich antun.« Da man aber den Flüchtlingen zu Recht nicht zumuten will, in der Silberhöhe untergebracht zu werden, fordert die Gruppe gegen die deutsche Normalität eine freie Wohnungswahl für die Neu-Hallenser. Es spricht absolut nichts dagegen, richtige Forderungen aufzustellen, von denen man weiß, dass sie sowieso nicht erfüllt werden. Die Beliebigkeit der Begründung für die Scheinbesetzung wirkt allerdings, als ginge es vor allem darum, sich vorzugaukeln, man hätte auch nur ein bisschen Einfluss auf irgendetwas in der Saalestadt.

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