Das hallische Kulturangebot ist wieder um eine Attraktion reicher. Natürlich sind jedem die Hallorenkugeln oder Georg Friedrich Händel ein Begriff, neu ist jedoch die Idee, die Alliteration komplett zu machen: „Heydrich, Händel, Halloren – dafür ist Halle an der Saale bekannt.“ Und genauso wie man die Schokolade essen oder Händel lauschen kann, soll auch der SS-Obergruppenführer und Manager des Holocausts erlebbar werden. Im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ soll das Jugendinfoportal der Stadt Halle einen Stadt-Rallye-Plan zum Download anbieten. Das Ganze kommt einer Schnitzeljagd gleich, bei der „spielerische Herausforderungen zu meistern“ sind. Der Nationalsozialismus und die Verbrechen eines Reinhard Heydrich sollen „greifbar werden“. Ausgangspunkt für die Tour ist die Touristen-Information auf dem Marktplatz. „Mit Zettel, Stift, Stadtplan und einer Reichsmark (ein Euro)“ bewaffnet, kann man dann auf eigene Faust die Stadt erkunden, Quizfragen beantworten und „die Stadt von einer ganz neuen Seite kennenlernen“. Damit erreicht die Erlebnispädagogik in Halle ein neues Hoch. Nachdem die „Kinderstadt“ (Bonjour Tristesse Nr. 11) die Kleinen auf den Weg zum Jobcenter vorbereitet hat, kann nun die Vergangenheit hautnahe erlebt werden. Mit der Reichsmark in der Tasche und in die Zeit zurückversetzt, sollen „in verschiedenen eingebetteten Aktionen auch Passanten eingebunden werden“. Wie genau die nationalsozialistische Spielewelt gestaltet werden soll, bleibt ein Geheimnis der Initiatoren. Sollen die Teilnehmer den SS-Gruppenführer mimen? Welche Herausforderungen sollen an der alten Synagoge gemeistert werden, um den Nationalsozialismus zu erleben? Oder darf auch das Attentat auf Heydrich nachgespielt werden?
Leider ist es bisher jedoch nicht möglich, sich die Route auf der angesprochenen Internetseite herunterzuladen, und auch die Stadtinformation ist nicht in der Lage, eine Auskunft zu geben. Es scheint fast so, als ob das Projekt eingestellt wurde. Das ist schade, denn so war es nicht möglich selbst zu erfahren, wie es sich als Reinhard Heydrich anfühlt, mit einer Reichsmark bewaffnet, auf Menschenjagd zu gehen. Oder ob es möglich gewesen wäre, einen Joker zu benutzen, wenn man beim Wehrmachtsquiz die Frage zur Fahrzeugausstattung des Panzerspähwagens „Luchs“ nicht beantworten kann. Bekannt ist bisher nur, dass die alte Synagoge, das Amtsgericht und die Stolpersteine „auf der spannenden Route stehen sollten“. (nen)
in der beschreibung des angebots steht aber auch folgendes: “Der gebürtige Hallenser Heydrich ist ein SS-Gruppenführer und verantwortlich für zahlreiche Kriegsverbrechen. Mit einer Stadtrallye wollen wir einige Schritte zurück in die Vergangenheit wagen und uns mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.” warum unterschlagt ihr das? beim lesen hier denkt man, dass ist den veranstaltenden überhaupt nicht bekannt bzw. es wird billigend in kauf genommen. das ist aber gar nicht der fall, sondern das gegenteil. warum verdreht ihr tatsachen? bloß, damit sie in eurer rassistisches weltbild passen, in der welchem in deutschland keinerlei aufklärerische auseinandersetzung mit dem nationalsozialismus stattfindet? bis auf die ruhmreichen antideutschen natürlich… ich geh mal kotzen.
kann hier http://www.ypool.de/ypool_typo3/index.php?id=97 zum abgleich nachgelesen werden. aber man sieht immer nur, was man sehen will, gell?
Ja und? Ihr zwei habt wohl arge Probleme den Inhalt eines so kurzen Textes zu fassen?
vielmehr hat die bonjour tristesse wohl probleme mit der erfassung des inhaltes, denn dass den veranstaltern bekannt ist, wer heydrich war und dass es in dem pädagogischen angebot genau um eine auseinandersetzung mit dem nationalsozialismus gehen soll, wird ja unterschlagen im obigen artikel. und deswegen werden tatsachen verdreht. ist ja eigentlich nicht so wahnsinnig schwer nachvollziehbar, zu erkennen, was hier versucht wird. ansonsten speist sich der artikel im großen und ganzen aus spekulationen und unterstellungen, denn aus was bitte lässt sich schließen, dass es darum gehen soll zu erfahren, “wie es sich als Reinhard Heydrich anfühlt, mit einer Reichsmark bewaffnet, auf Menschenjagd zu gehen”? das ist doch an absurdität nicht zu übertreffen. wo steht, dass die jugendlichen heydrich und den holocaust nachspielen sollen? wer ernsthaft glaubt, dass es in dem angebot darum gehen wird, sollte sich fragen, ob er nicht schon komplett gehirngewaschen ist.
So schlau muß man erstmal sein, im zweiten Teils seines Kommentares den ersten Teil selbst zu wiederlegen.
@ kimkim
Gerade weil Deutschland Weltmeister darin ist, die Vergangenheit zu bewältigen, erscheint eine NS-Rallye als geeignete pädagogische Maßnahme, sich mit der deutschen Vergangenheit, spielerisch zu befassen. Und damit es nicht allzu langweilig wird, ist diese spannende Entdeckungstour auch als sportlicher Wettkampf konzipiert.
Aber kimkim, sicherlich sagst Du Dir, dass es besser ist, einen lustigen Nachmittag verbringen zu können und zugleich etwas über den NS zu erfahren als sich Guido-Knopp-Dokus anzusehen.