In der letzten Ausgabe der Bonjour Tristesse rief die Redaktion zu einem Wettbewerb auf. Die Leser wurden aufgefordert, Vorschläge für einen neuen Slogan für Sachsen-Anhalt einzusenden. Dem Gewinner winkten ein kühles Pils und eine Bockwurst im Intershop. Von den zahlreichen Einsendungen hier nun die Top Five der Redaktion. Den fünften Platz belegt unser Leser Ralph. Der Vorschlag des Witzbolds aus Halle-Silberhöhe: „Sachsen-Anhalt. Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Mit dem Wunsch nach Flucht begründete Henriette aus dem hallischen Paulusviertel ihren Wahlslogan – „Sachsen-Anhalt. Hopp und weg“ –, der ihr den vierten Platz bescherte. Wir drücken die Daumen beim Finden einer schnellen Mitfahrgelegenheit. In Anlehnung an den Thüringer Landesslogan „Thüringen – Sie haben ihr Ziel erreicht“ schickte uns der Drittplatzierte Jens aus Halle-Trotha für alle Reisenden, die es zufällig nach Sachsen-Anhalt verschlägt, den unbedingt zu berücksichtigenden Hinweis „Sachsen-Anhalt – Bitte wenden.“ Eher landschaftlich begründete Josephine, „Phase 2“-Redakteurin aus Leipzig, die ihren richtigen Namen nicht genannt haben wollte, ihren Beitrag zur Diskussion zur Standortkampagne: „Sachsen-Anhalt. Brache mit Aussicht.“ Dies brachte ihr leider nur den zweiten Platz ein, sodass sie den Ausblick ohne Pils und Bockwurst genießen muss. Auch unsere Praktikantin Daniela wollte sich unbedingt am Wettbewerb beteiligen. Da wir auf diese Weise um das Spendieren von Bier und Wurst herumkommen, belegt ihr Slogan den ersten Platz: „Sachsen-Anhalt. Gebiet sucht Gewerbe.“
Dem Volk eine Stimme geben. In einem sind sich Redaktion und die von ihnen verpönt Zitierten einig: dass sie einander nicht ausstehen und dass sie weg wollen; darin, dass alles bleiben wird, wie es ist. Sie mögen angenehmer, ehrlich gar, erscheinen, als jene, die sich zusammengehörig fühlen wollen und ihre hässliche Heimat lieben; in Wahrheit affirmieren sie beide und benennen nicht, wovon sie sprechen. Die Einen, weil sie, indem sie ihre Verachtung publizieren, schon das bessere Sachsen-Anhalt voraussetzen, die anderen, weil sie, indem sie übers Hässliche schweigen genauso wie die einen von der Bedingung und dem Resultat ihres Tuns absehen möchten. Beide sind falsch und bedingen einander, jeder spricht wovon er schweigt: wovon der andre spricht; Vernunft negierte mit dem Gegenstand beide sich bedingenden Anschauungen desselben, der Verstand setzt unter der Hand das Subjekt absolut und hält Freiheit für die Möglichkeit, die Weise der Reflexion zu wählen, die schon dadurch, dass sie eine Weise, falsch und durch eine andere falsche (entgegengesetzte) Weise, die sie in der Wahl anerkennt, bedingt ist, jedoch nicht das Vermögen, die unvollständig bleibenden Reflexionen mit der Trennung von Begriff und Gegenstand aufzuheben.
Ach Petra, auch wieder da?