Im Kampf gegen das Hochladen brisanter Stadtansichten von Halle durch »Google-Street-View« bleibt die hallische Oberbürgermeisterin, Dagmar Szabados, hartnäckig. Vermutlich auch aus Frust darüber, dass ihr Verwaltungsgebiet erst ein Jahr nach den ersten deutschen Städten hochgeladen werden soll, möchte sie notfalls eine Gesetzesänderung erwirken, damit auch Behörden gegen die Veröffentlichung von städtischen Gebäuden einen Einspruch erheben können. Entsprechendes berichteten das »Halle-Forum« und die »Mitteldeutsche-Zeitung« im August. Vorerst beschränkt sich diese Möglichkeit auf Privatpersonen.
Weiterhin herrscht Unklarheit, ob neben »Kindergärten, Kraftwerken und dem Frauenschutzhaus«, auch flanierende Hässlichkeiten aus den Bildinhalten zu gelöscht werden können. Abgeschmackte Orte sollen zugute des allgemeinen Stadtimages durch Grauflächen ersetzt werden. In kurzen Stichworten: Silberhöhe, Neustadt, Marktplatz, Glaucha, Trotha, ferner Shoppingmeile von und zum Bahnhof, der »Weinbergcampus« und das Sternburgviertel einschließlich der Magdeburger Straße. In die entstandenen Leerräume sollen dann digitale Kopien des »Roten Turms, des Stadtmuseums und Händelhauses« in zufälliger Wiederholung eingefügt werden. Mitarbeiter der Stadt würden derzeit in entsprechenden Bildbearbeitungsprogrammen geschult werden, erklärte die Stadtverwaltung auf Anfrage. Auf die Anmerkung, dass die siechenden Viertel und öffentlichen Gebäude immer noch zu Fuß zu erreichen und zu betrachten sind, ein umfassender Schutz vor ihnen jedoch die Beseitigung des Originals voraussetzen müsste, erhielten wir leider keine Reaktion. (haj)