Es gibt Leute, die ihr Leben der Suche nach dem Monster von Loch Ness widmen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden tausende Goldjäger an der Suche nach den sagenumwobenen Schätzen von Eldorado verrückt. Die Zeit, in der jede Sternschnuppe für ein Ufo gehalten wurde, ist zwar längst vorbei; dennoch glauben viele Menschen nur allzu gern an intelligente Lebewesen auf anderen Planeten, die sich – warum auch immer – für die Erdlinge interessieren und diese mit ganz ausgefeilten Techniken beobachten.
Dann gibt es noch jene Menschen – vorwiegend Linke –, die hartnäckig an eine Aufklärung im Islam glauben und hierfür mindestens ebensoviel Phantasie benötigen wie die eingangs erwähnten Besessenen. In einer Veranstaltungsreihe des hallischen „Arbeitskreises Kritische Intervention“ ging man denn auch folgender Frage nach: „Tradition oder Moderne? Die Aktualität der Aufklärung im Nahen Osten“. Der Ankündigungstext zur Reihe strotzte nur so vor wissenschaftlichem Geschwurbel – es sollte um „nachzuzeichnende“ „Debatten“, „Diskurse“ und ihre „Akteure“ gehen –, so dass die Verwässerung des Aufklärungsbegriff zunächst kaum auffiel. Die Veranstalter warfen den westlichen Betrachtern vor, dass den Menschen in den islamischen Ländern „ein eigener Bezug auf die Aufklärung […] abgesprochen“ werde, ganz so, als handele es sich dabei um einen Selbstbedienungsladen, in dem sich jeder das rauspicken kann, was gerade noch in die Einkaufstasche passt. Es ging also um die „Subjekte“ und ihre „verschiedensten Vorstellungen von und Erwartungen an Moderne und Aufklärung“. Mit erhobenem Zeigefinger machte man, ohne es zu merken, den Verrat komplett: „Es ist außerdem immer zu beachten, dass der meist völlig inflationär benutzte Begriff der Aufklärung als komplexer ‚doppelter Reflexionsbegriff‘ auf Schwierigkeiten seines Gebrauchs verweist.“ Das, woran sich jede Aufklärung im Nahen Osten zu messen hat, nämlich das Verhältnis zu Israel, wurde nicht thematisiert, da der „AK Kritische Intervention“ zurecht ahnte, dass bei diesem Thema mit den „Akteuren“ der „Diskurse“ im Iran, in Syrien oder in Ägypten kein Blumentopf zu gewinnen ist.
In der Reihe selbst kamen vorwiegend Akademiker zu Wort, die anhand verschiedener „Länderbeispiele“ auf die Suche nach als fortschrittlich interpretierbaren Spuren in den islamisch geprägten Ländern gingen. Anhand der Berichte der geladenen Gäste und einiger Filme aus den betreffenden Ländern sollte nicht etwa ein realistisches Bild der Verhältnisse vor Ort gezeigt werden . Das Ziel des Heranziehens der verschiedenen Beispiele stand bereits vorher fest und sollte nur noch belegt werden: Die Ehrenrettung des angeblich fortschrittlichen Islams vor Kritik aus dem Westen.
Ihr logisches Ende fand die Veranstaltungsreihe in einer Party, auf der der persische Hip-Hopper „Kaveh“ sich mit antizionistischen und antiamerikanischen Statements in Stimmung brachte. So faselte er in seinen Liedtexten von „Amifaschismus“ und „Intifada“. Mit dem letztgenannten Begriff habe „Kaveh“ allerdings nicht die Mordkampagne der Palästinenser gemeint, sondern habe das Wort „in seinem ursprünglichen Sinn“ benutzt, wie die Veranstalter behaupteten. Das Gerede von der „Intifada“ werde angeblich ganz allgemein als Synonym für „Aufstand“ verwendet. Ganz so, als könnte man auch von der „Warschauer Ghettointifada“, von der „Intifada der Anständigen“ oder der „Weberintifada“ von 1844 reden. Selbstverständlich kann der Begriff nicht vom palästinensischen Terrorkrieg gegen Israel und seine Menschen gelöst werden. Schließlich kann man nicht, wenn zwei sich streiten und der eine etwas gemein zu dem anderen ist, dies „in seinem ursprünglichen Sinn“ mit dem Begriff „Holocaust“ bezeichnen, der in diesem Zusammenhang nichts mit dem Massenmord an den Juden zu tun haben soll. Erst mit dem Eingreifen einiger Gäste konnte das Konzert abgebrochen werden, während die Veranstalter völlig verdutzt reagierten. Der Ausgang der Reihe ist weniger ein Skandal, sondern führt den Bankrott des Glaubens an einen besseren Islam vor.
Dass Aufklärung in islamisch geprägten Ländern bzw. Communitys ausschließlich an der Seite Israels und gegen den Islam stattfinden kann, zeigen eindrücklich Menschen, die sich mit großen persönlichen Opfern aus den Klauen dieser regressiven und repressiven Religion befreit haben. Ayaan Hirsi Ali oder Necla Kelek stehen für einen sehr viel emphatischeren Begriff von Aufklärung als die Protagonisten des – wie es in der Ankündigung der Veranstaltungsreihe hieß – „Modernediskurses in der arabischen Philosophie“. Der Rapper „Kaveh“ holte nun die Ufologen und Schatzjäger des „AK Kritische Intervention“ wieder auf den Boden der Realität zurück. Doch genauso wenig wie sich Ufologen und Schatzjäger durch Fakten beeindrucken lassen, ist bei den Freunden des aufklärerischen Islams mit Einsicht zu rechnen. (gal)
[...] Ist in der jüngst erschienen Ausgabe der BT zu lesen: Das Gerede von der „Intifada“ werde angeblich ganz allgemein als Synonym für „Aufstand“ verwendet. Ganz so, als könnte man auch von der „Warschauer Ghettointifada“, von der „Intifada der Anständigen“ oder der „Weberintifada“ von 1844 reden. Selbstverständlich kann der Begriff nicht vom palästinensischen Terrorkrieg gegen Israel und seine Menschen gelöst werden. (quelle) [...]
Jauchzet und frohlocket! Zum Weihnachtsfest kredenzt das extrem hallische Wurstblatt bonjour tristesse, Nachlassverwalter der europäischen Aufklärung, dem Leserkreis die Rezension (naja) einer Reihe, die es tatsächlich wage, in “wissenschaftlichem Geschwurbel” von “Subjekten” zu reden, und deren Organisatoren mehr Menschen aus “islamisch geprägten Ländern bzw. Communitys” kennen, als Necla Kelek und Hirsi Ali (die von ihnen eben als Subjekte nicht ernstgenommen werden sondern nur als Spiegel für eigene, wahre, europäische “aufgeklärte” [weil anti-islamische] Positionen taugen und zudem schon von jedem drittklassigen Bildkolumnisten hoch- und runtergenudelt wurden).
Der “Glaube” an “Aufklärung im Islam” sei vergleichbar mit dem Glauben an UFOs, so der gewitzte Autor, der damit einmal mehr belegte, dass den antideutschen Islamkritikern jeder Begriff von Religion und Gesellschaft abhanden gekommen ist, wenn sie ihn je gehabt haben sollten.
Nicht nur verhöhnt ihr ganzes Tun und Schreiben ihren (teilweise geäußerten) Anspruch, materialistische Theorie zu vertreten oder sich auf Marx zu beziehen. Denn würden sie auch nur ein wenig von materialistischen Kategorien und Analysen verstehen, müssten sie das Problem verstehen, das Reinhard Schulze betont: dass nämlich, wer den Islam „als zeitlose, immerwährende und immer gültige Religion betrachtet“, die Religion „einen normierten und normierenden Weltgeist“ vertreten lässt, der „zeitlos zu jeder Epoche der islamischen Geschichte in Beziehung tritt und diese bewahrheitet oder kritisiert“. Doch die „angebliche Identität der Geschichte der islamischen Theologie mit der Kultur der arabo-islamischen Gesellschaften kann man bestreiten“, sagt auch der erste Referent der Reihe, Geert Hendrich.
Mit der Reihe selbst beschäftigt sich nur ein Absatz des Artikels, und da geht es auch nur um den Ankündigungstext – auf keiner einzigen inhaltlichen Veranstaltung war ja auch ein Autor aus den Reihen der bt anwesend. Das Fazit: “Die Ehrenrettung des angeblich fortschrittlichen Islams vor Kritik aus dem Westen” sei das Ziel der Veranstalter gewesen.
Hm, da ist man wieder beim unverstandenen, doch offensichtlich zu komplexen, weil nicht dichotomen Verständnis gesellschaftlicher Verhältnisse – arabo-islamische Gesellschaften und die dort lebenden Subjekte werden eben nicht nur einfach kollektiviert, objektiviert, und einem allmächtigen Islam untergeordnet. Zudem wird “dem Islam” tatsächlich von den Veranstaltern abgesprochen, als solcher zu existieren. Die Faktizität der Moderne anzuerkennen und die Menschen in der arabo-islamischen Welt im Sinne der Aufklärung als Subjekte ernst zu nehmen und zu kritisieren (in der Reihe kritisierten diese Gesellschaften fast alle Filme oder auch Referenten) ist der Anspruch der Veranstalter – das ist in den Augen der bt (AutorIn: gal) doch tatsächlich “Aufklärungsverrat” (!!!).
Wer den Ansatz der Reihe nicht versteht oder etwas anders sieht, hätte seine Position zur Diskussion stellen können, doch wie immer werden andere Positionen gar nicht erst gehört, werden Informationen über Geschichte und Gesellschaften in der arabo-islamischen Welt gar nicht erst gehört. Die eigene Halbbildung, das eigene Unwissen, gepaart mit Vulgärtheorie und Ressentiments und dem wirren Anspruch, eine wie auch immer verstandene “Aufklärung” zu vertreten, sind genug Basis für den Angriff gegen Leute, die sich weigern, in Dichotomien zu denken, und die tatsächlich davon ausgehen, dass auch Religionen – d.h. die religiösen Vorstellungen, Normen etc. – Produkte gesellschaftlicher Verhältnisse sind, und dass Menschen nicht von Religionen determiniert sein können.
Wer den Text der Reihe selber lesen will: http://www.aktualitaet.tk
Die “Rezension” beruft sich freilich nur auf den Ankündigungstext und die Titel, auf keiner einzigen inhaltlichen Veranstaltung war ein Autor aus den Reihen der bt anwesend. Erbärmlich, und darum muss eine ominöse Party im VL herangezogen werden, um wieder die beruhigende Dichotomie aufbauen zu können – der Rapper hatte in einem Lied in Bezug auf US-Außenpolitik von “Amifaschismus” gesprochen, ein absurder und problematischer Vergleich. Sein Auftritt wurde daraufhin abgebrochen, nicht ohne das unnötige Rumgemackere von Einzelpersonen, die so den ohnehin fälligen Abbruch für sich reklamieren können. Bitteschön. Doch auch in diesem Zusammenhang wird übertrieben und skandalisiert, denn die Rede vom “Ausgang der Reihe”, der “ein Skandal” sei, ist sinnlos – das Konzert hatte inhaltlich und konzeptionell nichts mit der Reihe zu tun. Dann auch noch in gewohnter Manier den Zivilisationsbruch Auschwitz in disem Zusammenhang zu bagatellisieren, und ausgerechnet eine Bagatellisierung des Holocaust (als etwas, was “gemein war”) mit der Verwendung des arabischen Wortes “Intifada” in seiner semantischen Bedeutung “Aufstand” gleichzusetzen, ist mehr als absurd. Genauso absurd, wie die hellseherische Mache, die den Autoren wissen lässt, die Veranstalter hätten in Bezug auf das Thema “Israel” irgendetwas “geahnt”. Man kann nur eines ahnen: Wenn irgendwer die in Kreisen der bt gepflegten Stereotype und Dichotomien in Frage stellt, muss er ganz schnell zur Kategorie schlecht/antiaufklärerisch/antizionistisch zugeordnet werden, selbst wenn man das auf Biegen und Brechen nicht hinkriegen wird – wie bei den Veranstaltern dieser Reihe.
Frohe Weihnachten, und danke für diese kuriose Bescherung.
Sagte ich an den Haaren herbeigezogen und den Holocaust bagatellisierend? In der gleichen Ausgabe der bonjour tristesse, anderer Artikel: “Die von diesen verständigte Polizei beendete Milmersdorfs erste Intifada [es geht um versuchte körperverletzung und Sachbeschädigung [!] durch widerlichen deutschen Mob] umgehend und setzte elf der Täter vorübergehend fest.”
“Die „Rezension“ beruft sich freilich nur auf den Ankündigungstext und die Titel, auf keiner einzigen inhaltlichen Veranstaltung war ein Autor aus den Reihen der bt anwesend.”
Nur weil du das zweimal behauptest, wird es nicht gleich wahrer – you know?
Aber alle, die was gegen Amifaschismuskritiker sagen, sind natürlich Macker. Was denn sonst?
Allerdings sind “eigene Halbbildung, das eigene Unwissen, gepaart mit Vulgärtheorie und Ressentiments und dem wirren Anspruch, eine wie auch immer verstandene „Aufklärung“ zu vertreten” wichtiger als dialektische Kritik, wa?
Und was deinen zweiten comment abelangt: Hier war jemand schneller: http://ikl959.wordpress.com/2010/12/25/die-inkonsequenz-der-bt/
Und da hatte auch schon jemand ganz gut auf deine Gleichsetzung geantwortet.
By the way:
Lügen ist uncool.
Während du folgendes wohlwissend falsch behauptest:
“Doch auch in diesem Zusammenhang wird übertrieben und skandalisiert, denn die Rede vom „Ausgang der Reihe“, der „ein Skandal“ sei, ist sinnlos”
schreibt die BT tatsächlich:
“Der Ausgang der Reihe ist weniger ein Skandal, sondern führt den Bankrott des Glaubens an einen besseren Islam vor.”
Hey Gustav, was ist denn dialektische Kritik? Ich interessiere mich nämlich für die antideutschen Basics.
Der Seitenhieb mit der “Dialektik” bezieht sich darauf, dass das Wort hier: http://aktualitaet.wordpress.com/ rausgehauen wird, als wäre es das alte Gemüse kurz bevor der Markt schließt.
Wenn man sein Wissen selbst nur aus dem bruhnschen und grigatschen Theoriebaukasten hat, sollte man mit der Kritik an “wissenschaftlichen Geschwurbel” oder an der Verwendung von Begriffen wie Dialektik lieber vorsichtig sein.
Ins Schlittern gerät man nicht nur draußen auf den Straßen.
>>Allerdings sind „eigene Halbbildung, das eigene Unwissen, gepaart mit Vulgärtheorie und Ressentiments und dem wirren Anspruch, eine wie auch immer verstandene „Aufklärung“ zu vertreten“ wichtiger als dialektische Kritik, wa?<<
häh? bahnhof? mein lieber gustav, commander currywurst behauptet doch gerade, dass dialektische kritik oder auch nur ein wenig theorie und wissen unbedingt gegenüber leuten wie dem autor hier in der bt und anderen bahamas-abonnenten zu verteidigen sind, die eben halbbildung und ressentiments gegen den von ihnen in überbordendem antiintellektuellem ressentiment als "wissenschaftliches geschwurbel" diffamierten ansatz stellen, der sich weigert, antiaufklärerisch von einem wie auch immer gearteten "homo islamicus" zu reden. dein "wa" gibt dem ganzen, was du schreibst, nicht mehr sinn.
der peinliche intifada-exkurs ist in meinen augen nicht "ganz gut" gelöst worden, da hat man sich wohl doch blamiert.
das mit dem "ausgang der reihe" erklärst du auch nicht gerade sinnvoll, hat doch commander tofuwurst darauf hingewiesen, dass die party a) in keinster weise der "ausgang der reihe" war, die ja noch läuft wenn ich das richtig verstehe, und b) inhaltlich nichts mit der reihe zu tun hatte – da wurde wohl krampfhaft etwas herbeikonstruiert, um sich mit den tatsächlichen theoretischen grundlagen und aussagen der reihe nicht auseinandersetzen zu müssen (da man das ja eh nicht kann, wie es aussieht).
P.S.: kannst du noch mitteilen, wo die leute von der "kritischen affirmation" dialektik raushauen, wie altes gemüse auf dem markt? ich würde bei einem derartigen angebot vielleicht zugreifen.
P.S.2: lüge? ich sehe keine, dissens und die dreistigkeit, auf einer anderen position als der euren zu beruhen, scheint in deinen augen nur lüge sein zu können.
dass es peinlich ist, eine reihe inhaltlich nur anhand des kurzen ankündigungstextes zu kritisieren, wird nicht zuerst wahrer, weil es zweimal behauptet wurde (das wird sich der kommentator ja nicht einfach ausgedacht haben), sondern vor allem, weil das aus dem artikel genau so ersichtlich wird. oder warum beruht der eine absatz zur kritik der reihe nur auf ein paar unverstanden kopierten zitaten aus diesem text und sonst auf null und nichts?
Was ist, lieber Commander Currywurst, denn nun so prima am Islam?
Ich denke, Gustav hat sich an dieser Stelle einfach bloß verschrieben.
Wenn Micky aber die Lüge nicht erkennen möchte, also nicht sehen möchte, dass der BT-Text davon spricht, dass es sich “weniger um einen Skandal” handelt und nicht um “einen Skandal”, bist du bei den Wahrheitsverdrehern von aktualitaet richtig aufgehoben.
Und die besagte Party nahm schon mit dem Titel “If you can´t dance, it´s not my Aufklärung” eindeutig Bezug zur Reihe. Sie wurde als Benefizparty für die Reihe veranstaltet und beworben von aktualitaet. Eingeladen wurde (bestimmt rein zufällig) das Mitglied einer “persischen” Rapcombo. Auch über diese Party wurde versucht, Aufklärung und Islam in Bezug (und zwar in einen positiven) zu setzten. Was dann aber passierte ist somit vielmehr feinste Ironie, die durchaus dazu geeignet gewesen wäre, den Veranstaltern den Spiegel vorzuhalten. Diese scheinen aber leider erkenntnisressistent zu sein, weshalb sie dann auch lieber klangheimlich versucht haben die Spuren im Internet zu löschen, statt mal Stellung zu beziehen.
Hey Commander Micky Duck,
antworte doch mal auf die Frage von Tofu!
Liebe Polemikfreunde aus der Kommentarspalte, wo, um alles in der Welt, haben denn die Leute, die diese Reihe machen, geschrieben oder gesagt, dass “der Islam prima” sei???? Dass ist nur Eure Projektionsleistung, denn da Ihr “den Islam” böse findet, und andere Euch da nicht bestätigen, geht Ihr davon aus, dass jene also “den Islam super” finden müssen. Überwältigend!
Leute wie Tofu sind arme (in dem Fall vegane) Würstchen, die ihr Wissen aus dem Kochbuch aus Freiburg haben und deren Horizont nicht über die Beschäftigung mit Kloakenvierteln aus dem südlichen Halle, ostzonalen Elendsgestalten in irgendwelchen Kuhdörfern und regionalen linken Szenegedöns (den man doch so innig liebt) hinausgeht (und das ist es, was man als Aufklärung und Kritik begreift).
Wo wurde in der Reihe behauptet, dass der Islam “prima” ist? Tofu lies mal weiter Thomas Maul, Reflexion findet woanders statt.
Ach Hallenser, denkst du, dass es dir jemand abkauft, dass du aus Leipzig kommst, nur weil du dich “Leipziger” nennst?
Erklär mal bitte dem oder der Tofu, wo Reflexion stattfindet! In Gaza? Teheran? Oder doch im Melanchthonianum bei der “Kritischen Affirmation”?
Philipp Melanthon – der Praeceptor Antigermaniae?
Na bestimmt nicht bei diversen AG’s, BT’s, WC’s oder sonstigen “Genossen”.
hey, dann komm doch zu uns ins conne island plenum. wir sind echt ne dufte truppe und machen mit unserem laden auch garantiert, was wir wollen. da wird reflektiert und differenziert bis sich die balken biegen – es sei denn, wir haben mal keine lust, die türe aufzumachen. und die ganzen macker mit querulantenwahn bleiben auch draussen. leipziger, reih dich ein in unsere einheitsfront!
was meine genoss_in noch vergessen hat: islam finden wir auch richtig super.
kritische affirmation, lass das pöbeln sein – komm nach leipzig, reih dich ein!
Zudem haben wir auch keinen Begriff von Dialektik, der über ein Einerseits/Andererseits hinausgeht.
Nicht schlecht. Da schaffen es die BT-Freunde nicht, auf die simple Frage zu antworten, wo denn behauptet worden sei, dass “der Islam prima” ist. Und dann werden Leute, denen aufgefallen ist, dass diese BT-Freunde überhaupt gar keinen Begriff von Aufklärung und Dialektik haben, einfach im Umkehrschluss desselben bezichtigt, freilich ohne Argumente oder Belege dafür zu liefern.
Und schlussendlich werden irgendwelche Leute, die irgendwelche Positionen vertreten, die nicht zur eigenen Ideologie passen, mit allen anderen in einen Topf geworfen, die auch aus irgendwelchen Gründen irgendwelche anderen Positionen vertreten. Siehe Platzkuh-Argumentation. (Wobei ja die Komplexität des Religionsbegriffes des AFBL den der BT witzigerweise nicht übersteigt, die finden den Islam im übrigen auch nicht super) Merke: Wenn man keine Ahnung und keine Argumente hat, darf man trotzdem auf keinen Fall die identitäre Selbstvergewisserung unterbleiben lassen, und alle anderen sind ja auch eh doof. Und wenn alle anderen doof sind, ist man selber nicht doof.
P.S.: Ich will ja nicht nerven, aber die Frage nach der Stelle, wo diese blöden Affirmierer schreiben, wie super der Islam sei, wüsste auch ich gerne beantwortet.
Na das ist doch mal eine Diskussion auf hohem Niveau! Der AFBL übt natürlich Kritik am Islam, genau wie die Gruppe der Kritischen Affirmation (heißen die wirklich so?) wahrscheinlich nicht alles super findet, was auf der Welt im Namen dieser zu tiefst verachtenswerten Religion geschieht.
Das eigentliche Problem ist beim AFBL und bei der KA (kann einfach nicht glauben, dass die Gruppe so heißt), dass sie beim ewigen Versuch den Islam auszudifferenzieren und darauf zu verweisen, dass es “den Islam” nicht gibt, eben diesen verharmlosen und alle Verbrechen dieser Religion damit bagatellisieren.
Solange der Islam (jaaa, DER ISLAM) nicht von der Sharia zu trennen ist, bleibt diese Religion eine zu kritisierende Ideologie. Und das wird auch die Vortragsreihe der “Kritischen Affirmation” (unglaublich dieser Name) nicht ändern.
@KA Fazit: Ihr findet den Islam nicht super, ihr macht nur eine Kritik an dieser Religion durch euer rumgeschwurbel und rumdifferenziere unmöglich.
@B&R
Die kritischen Affirmationsfreunde sind da ganz dialektisch: Einerseits heben sie angesichts islamischer Praktiken wie Steinigung, FGM, “arrangierten” Ehen, Verschleierungszwang usw. auch mal pikiert die Augenbrauen. Andererseits beteuern sie, daß das alles gar nichts mit dem richtigen Islam, dem guten, dem friedlichen, zu tun habe, dass man folglich den Islam nicht kritisieren dürfe (ggf. gibt’s den Islam dann doch wieder nicht), sondern den Gläubigen den Glauben erklären müsse.
Das wird manchmal ein bisschen peinlich, wenn mal wieder einer, den man als Vorzeigesubjekt auf die Bühne zerrte, am nämlichen Orte von ‘ner zünftigen Intifada träumt und die kritischen Islamfreunde dann herumdrucksen müssen, daß damit ja nur allgemein irgendein Aufstand und keiner gegen die Juden, die Amifaschisten und überhaupt gemeint sei.
Solcherart Unbill aber nimmt der kritische Dialektiker gerne auf sich, es geht schließlich um die islamische (oder war’s die kritische? die diskursive? auf jeden Fall was mit viel Respekt und ein Schuß Kultur war auch dabei) Dialektik, die man gegen die nervigen Kritikaster der BT zu verteidigen hat, welche des ollen Charly Marxos Ausspruch von der Schmach, die noch schmachvoller… ihr wisst schon, ernst nehmen und weder über rappende Intifadakämpfer, noch dessen islamtrunkene Gastgeber den Mantel des schamvollen Schweigens ausbreiten.
Hey Jokey,
haste mal wieder nicht aufgepasst, wa? Dein Entweder-Oder-Schema ist in den Kommentaren längst als Weder-Noch entlarvt worden. Weder ging es in einem einzigen Vortrag um die dramatische Schilderung einer Flucht vor dem mörderischen Islammonster, noch spielte der Islam als Religion irgendeine Rolle. Es ging einzig um gesellschaftlichen Verhältnisse in islamischen Ländern.
Und jetzt geh nach Hause und feile ein wenig an deiner Eloquenz.
Tja Sergio, schon eine blöde Sache, wenn die eigenen Leute dann das Statement dementieren, das man gerade so cool in die Tasten gehauen hat. Es geht ihnen nämlich sehr wohl um den Islam, den sie vor den bösen Kritikern der BT schützen und behüten wollen.
Spiel mir das Lied von der Dialektik, du Entweder-Oder-Kiddie.
UFOs, Geschwurbel und Verrat – Kurze Gedanken zu einem Ressentimentklumpen
Eigentlich ist ein Artikel in der bonjour tristesse, dem lokalen Wurstblatt einer der Provinz in Hassliebe verbundenen Schar, deren gemeinsamer Nenner das Bahamas-Abonnement zu sein scheint, nicht der Rede und nicht der Erwiderung wert. Dennoch wollen wir auf einen kurzen Artikel in jenem Blatt eingehen, da er alles, was in unseren Augen am antideutschen Islamdiskurs kritikwürdig ist, in Reinform vorführt.
Leute wie die Veranstalter der Reihe „Tradition oder Moderne – Zur Aktualität der Aufklärung im Nahen Osten“, so beginnt der Artikel „Kritische Affirmation“ von „gal“ in der bonjour tristesse durchaus gewitzt, bräuchten ebenso wie UFOlogen und Goldgräber eine Menge Phantasie, glaubten wir „Besessenen“ doch „hartnäckig an eine Aufklärung im Islam“. Frecherweise seien in der Reihe „vorwiegend Akademiker zu Wort“ gekommen – dem antiintellektuellen Ressentiment verhaftet kritisiert die bonjour tristesse konsequenterweise unser „wissenschaftliches Geschwurbel“ –, „die anhand verschiedener „Länderbeispiele“ auf die Suche nach als fortschrittlich interpretierbaren Spuren in den islamisch geprägten Ländern“ gegangen seien. Zum einen erkannte der Autor in unserem Ankündigungstext (zu den diversen Veranstaltungen selbst bemühte er sich selbstverständlich nicht) eine „Verwässerung des Aufklärungsbegriffs“, zudem würde Aufklärung, wenn wir den Subjekten in der arabo-islamischen Welt einen eigenen Bezug auf die Aufklärung zugestehen, zu einem „Selbstbedienungsladen, in dem sich jeder das rauspicken kann, was gerade noch in die Einkaufstasche passt“. Schließlich hätten wir die Aufklärung gar verraten, weil wir – man höre und staune – doch tatsächlich davon sprachen, dass „der meist völlig inflationär benutzte Begriff der Aufklärung als komplexer ‚doppelter Reflexionsbegriff‘ auf Schwierigkeiten seines Gebrauchs verweist.“ Schließlich stellte der Autor noch zwei gewagte Behauptungen auf, zum einen, dass „jede Aufklärung [!] im Nahen Osten“ sich am „Verhältnis zu Israel“ zu messen habe, und zweitens, dass „bei diesem Thema mit den ‚Akteuren‘ der ‚Diskurse‘ im Iran, in Syrien oder in Ägypten kein Blumentopf zu gewinnen“ sei (was wir zudem auch noch geahnt hätten). Einziges Ziel unserer Reihe – die „Ehrenrettung des Islam“.
Dazu kann man nun vieles bemerken, doch wir wollen hier nur die zentralen zugrundeliegenden Dummheiten, Missverständnisse und Ressentiments herausgreifen. Grundlegend ist in diesem Zusammenhang das (Un-)Verständnis von Religion, von Islam. Im Artikel in der bonjour tristesse, und in den kanonisierten Werken antideutscher Islamkritik von Thomas Maul u.a., mutiert „der Islam“ zu einer überhistorischen, aus sich wirkmächtigen Kraft, die Rede von dem Islam, der so oder so sei, meistens inhuman und barbarisch, oder nicht aufklärungsfähig, erklärt sich aus dieser theorie- und begriffslosen Vorstellung ebenso, wie die Vermutung, uns ginge es ausgerechnet um die „Ehrenrettung des Islam“. Um diese geht es uns ganz bestimmt nicht, um sie kann es auch gar nicht gehen, und das wird auch jeder vernünftige Mensch bemerken, der unseren Ankündigungstext liest. Denn wie sollen wir die Ehre von etwas retten, dessen Existenz wir in Frage stellen?
Doch für die Möchtegernmaterialisten der Bahamas-Fraktion zunächst ein kurzes Marx-Zitat zum Abschreiben in den Katechismus:
„Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.“ (MEW,1,378)
Wie wir immer wieder betont haben, suchen wir nicht „nach fortschrittlich interpretierbaren Spuren“ oder der „Aufklärung im Islam“, wir betrachten vielmehr die gesellschaftlichen Verhältnisse in der sogenannten arabo-islamischen Welt, in Vergangenheit und Gegenwart; wir betrachten die immer schon verschiedenen Konzepte und Vorstellungen von „Islam“ als Produkte gesellschaftlicher Verhältnisse, historischer sozialer und politischer Prozesse. Zudem betonen wir den schlichten Fakt, dass die arabo-islamische Welt als solche schlecht definiert ist, da nicht nur verschiedene Konzepte von Islam in verschiedenstem Maße im Leben der Menschen dort wirkmächtig wurden, sondern zudem schon immer mehr und weniger religiöse und vor allem andersreligiöse Bevölkerungsteile in der arabo-islamischen Welt lebten. In diesem Sinne zitieren wir auch Geert Hendrich in unserem Ankündigungstext, auf den in der bonjour tristesse – wenn auch gänzlich unverstanden – Bezug genommen wird: Die „angebliche Identität der Geschichte der islamischen Theologie mit der Kultur der arabo-islamischen Gesellschaften kann man bestreiten“. Und Reinhard Schulze betont zu Recht, dass, wer den Islam „als zeitlose, immerwährende und immer gültige Religion betrachtet“, die Religion „einen normierten und normierenden Weltgeist“ vertreten lässt, der „zeitlos zu jeder Epoche der islamischen Geschichte in Beziehung tritt und diese bewahrheitet oder kritisiert“. Diese ahistorische Betrachtung, die einen konstruierten omnipotenten ‚Islam‘ überall wirken sieht, nicht jedoch ökonomische Verhältnisse und soziale Beziehungen, vereint unreflektierte Islamkritiker [darunter den Autoren der bonjour tristesse], viele Orientalisten und Islamisten.
Wer „den Islam“ als grundverschieden von Christentum und Judentum ansieht, hat nicht nur keine Ahnung von diesen Religionen, ihren sakralen Texten, ihren Normen und ihrer Geschichte, von der verblüffenden Ähnlichkeit von talmudischem und Sharia-Recht; die Rede von der christlich-jüdischen Wertegemeinschaft ist zudem gerade in Deutschland von unübertroffenem Zynismus, wie selbst Broder schon des Öfteren feststellte. Doch die Rede davon, dass „der Islam“ nicht aufklärbar sei, und die Diffamierung aller, die das anders sehen, als Aufklärungsverräter, vereint die antiemanzipatorischen Islamkritiker. Dass diese nicht einmal wissen, wovon sie reden, wenn sie die „Aufklärung“ ins Feld führen, wird dabei immer wieder deutlich. Während uns z.B. in der bonjour tristesse „Verwässerung“ des Begriffs vorgeworfen wird, sucht man im gleichen Artikel und diversen anderen Ausgaben dieser zwanghaft auf die imaginierte, angeblich verhasste „linke Szene“ bezogenen Kopienhäufung vergebens nach einer klaren Definition, einer sinnvollen und konsequenten Verwendung des Begriffes „Aufklärung“. Gänzlich lächerlich macht sich konsequenterweise „gal“ im gleichen Artikel, wenn er in der banalen Feststellung, dass „Aufklärung“ als komplexer Begriff sowohl eine historische, ideengeschichtliche Epoche in der europäischen Geschichte, als auch in dieser Epoche von Aufklärern konzeptionierte universale Vorstellungen bezeichnet, ausgerechnet „Aufklärungsverrat“ erkennt. Wie bitte? Aber sein eigener verwässerter Begriff wird noch deutlicher, wenn er auf einmal plurale Aufklärungen annimmt, von denen sich „jede Aufklärung“ auch noch einzig und allein am Verhältnis zu Israel zu messen habe. Tatsächlich? In der zwanghaften Fokussierung auf Israel kann sich der Autor wenigstens mit Islamisten und arabischen Nationalisten einig wissen.
Auf die niveaulose und barbarische Bagatellisierung der Shoah, die ein Teil der Antideutschen in den unmöglichsten Zusammenhängen anführt, und die auch in diesem Artikel wieder als Referenzrahmen für eine unverständige Diskussion der Wortbedeutung von „Intifada“ herhalten musste, wollen wir nicht eingehen. Ebensowenig wollen wir die Lügen bezüglich unserer Soliparty weitergehend kommentieren. Während der Party kam es von Seiten eines Berliner Rappers zu einer antiamerikanischen Aussage, die für die Veranstalter nicht hinnehmbar war. Konsequenterweise wurde der Auftritt daraufhin abgebrochen.
AG und bonjour tristesse sollten nun so konsequent sein, und sich durch die Einladung des Komikers Thomas Maul endgültig lächerlich machen, der für seine Analyse von arabo-islamischen Gesellschaften und islamischer Ideengeschichte ausgerechnet Ghazzalis asketische Lebensanleitung für den Mystiker heranzieht. Das ist ebenso absurd und schwachsinnig, wie das Unterfangen, die europäische Neuzeit und Moderne anhand Thomas von Kempens De imitatione Christi zu analysieren. Und kann noch viel besser kritisiert werden, als das halbgebildete und ressentimentgeladene Geseier in der bonjour tristesse.
Kurze Gedanken zu einem Ressentimentklumpen versprechen die dialektischen Freunde des Islam, und legen kurz und knackig in nur etwas über 1.200 Wörtern dar, daß man marxologisch daherschwätzen kann, ohne je eine Seite Marx gelesen zu haben. In der Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie heißt es nämlich:
Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.
Diesen, ihrem Zitat vorangestellten Satz, müssen die dialektischen Islamfreunde unterschlagen, weil ihr Unternehmen Ehrenrettung des Islam ansonsten des angeführten Kronzeugen verlustig ginge. Dieser nämlich führt über – jawohl – den Islam folgendes aus:
Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist “harby”, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam. (MEW,10,170)
Bleibt zu hoffen, daß die Bonjour Tristesse respektive die AG Antifa den Vorschlag der Georg-Klauda-Fans aufgreift und im nächsten Semester den profilierten Islamkritiker Thomas Maul einlädt.
Der kann denen dann vielleicht kurz und knackig beibringen, was Dialektik meint, was der Unterschied zwischen antiintellektuellem Ressentiment und einer Kritik diskursiven Wissenschaftsgeschwätz’ ist, warum Aufklärung universal oder gar nicht ist, und weshalb die Gleichung Halacha = Sharia nur eine religiös camouflierte Variante der Gleichsetzung Israels mit jihadistischen Mörderbanden ist.
Schon einmal darüber nachgedacht, warum sich Marx am Ende doch für eine Kritik der Politischen Ökonomie entschieden hat und seine Äußerungen zum Islam Randglossen seiner erwungenen Tätigkeit als Journalist geblieben sind?
Das Marx-Zitat ist doch komplett unnütz, besonders witzig, dass da gleich rausgehauen wird “ohne eine Seite Marx gelesen zu haben”. Denn auf Marxscher Theorie aufbauen, heisst nicht, jeden seiner Sätze zu dogmatisieren (das wäre eher die mainstream-antideutsche Methode mit Theoretikern umzugehen). Und was den Islam angeht, hatte Marx nunmal keine wirkliche Ahnung, was dem Stand der Information zu damaliger Zeit geschuldet ist. Zudem hat er sich nie tiefgehend damit beschäftigt, eher mit der russischen Frage, und darum muss ja auch immer dieses eine Zitat herhalten in solchen Kontexten.
Und dass “die Gleichung Halacha = Sharia nur eine religiös camouflierte Variante der Gleichsetzung Israels mit jihadistischen Mörderbanden ist”, ist ein weiterer Meilenstein der Dummheit und der Unvernunft. Die Haskala (ja, ich meine Haskala, nicht Halacha) und der Staat Israel sind die besten Beispiele, dass Aufklärung in den orientalischen Religionen möglich ist – eben aufgrund bestimmter historischer Entwicklungen, gesellschaftlicher Prozesse.
Außerdem teilen alle drei großen monotheistischen Religionen die Welt in Gläubige und Ungläubige. Und was steht zudem oben: Die „angebliche Identität der Geschichte der islamischen Theologie mit der Kultur der arabo-islamischen Gesellschaften kann man bestreiten“. Für Dumme: Dogma ungleich Realität/Praxis/Leben.
Ich weiß nicht, aber ich war bei den drei Filmen im Zazie und dem Vortrag über die aktuelle Situation im Irak und da ist “der Islam” nicht – wo alle hier ja von ausgehen – gut bei weggekommen. Das was die Freunde von der Kritischen Intervention schlicht meinen, wenn sie im Sinne der Aufklärung “die Subjekte ernstnehmen” wollen, ist, dass man nicht sein Halbwissen kundtun und falsche Kritik üben sollte, sondern auch einfach mal den Leuten in der “arabo-islamischen Welt” zuhören kann, die da leben, und von denen sich viele ihr Leben lang mit Fragen von Säkularität oder Islamismus oder Tradition oder Moderne rumgeschlagen haben. Die Filme – iranische, algerische und tunesische – waren allesamt Plädoyers für Individualität, Freiheit und Säkularismus, wer das anders sieht, soll mir das mal bitte begründen und erklären. Und die beiden exilirakischen Referenten haben ein sehr deutliches Plädoyer für die Trennung von Staat und Religion und die “Säkularisierung der Kultur und des Denkens” gehalten.
Woher zum Teufel kommen denn der Autor und die diversen Kommentatoren, am peinlichsten vielleicht ein “Joker”, auf die Grundidee, in der Reihe sei es um die Ehrenrettung des Islam gegangen? Oder gesagt worden, der Islam sei super? Das wird hier immer wieder gesagt, aber warum zum Teufel? Das is doch schon mehr als dreist. Das einzige was die von der Reihe wollen, ist dass Kritik auch Kritik ist und nicht Ressentiment. Und dass die absurde Vorstellung, die Religion Islam und die Religion Christentum und Judentum seien grundverschieden und erstere “nicht aufzuklären”, haltlos ist.
Word!
@Mal ne Frage
Warum redest du über die KA in der 3. Person Plural und nicht in der Wir-Form? Der Versuch einer Kommunikationsguerillaaktion ist doch etwas sehr durchschaubar. Das scheinbar interessierte Nachfragen am Anfang und dann das weitere in Rage reden zeugen davon, dass du nicht mal deinen eigenen Fake durchhalten kannst.
Vermutlich will derjenige nicht schon wieder einen einzigen Beitrag mit 1.200 Wörtern füllen und splittet seine intensive Beschäftigung mit den islamophoben BT-Leuten, deren Unwissen um die dem Islam immanente Aufklärung (welche, wenn nicht widrige Umstände dazwischengekommen wären, auch Marx erkannt hätte) eigentlich »nicht der Rede und nicht der Erwiderung wert« sind, jetzt auf mehrere Identitäten.
Man kann die ganze Chose ja auch einvernehmlich beenden: Die einen halten weiter an einem universellen Aufklärungsbegriff fest, der gegen, nicht mit dem Islam durchgesetzt wird und zudem nicht schamvoll das Verhältnis zu Israel ausklammert. Die Georg-Klauda-Fraktion hingegen kann weiter eine islamische »Aufklärung« speziell für die Menschen propagieren, die von den Kritischen Dialektikern nur als Moslems und wohl für tatsächliche Aufklärung nicht befähigt angesehen werden.
@BT-Freund:
Was du schreibst, ist total hohl.
Das erste Marxzitat widerspricht doch genau deiner/eurer Argumentation. Marx verweist hier eindeutig auf die Notwendigkeit einer Absage aller Metaphysik, ein Plädoyer für die materialistische Kritik. Und was beinhaltet diese?
Eben Gesellschaft bzw. deren Phänomene nicht in ein a- bzw. transhistorischen Wesen, ja eine Metaphysik, zu überführen bzw. daraus zu erklären, so wie ihr es mit dem Islam tut, sondern (die Kritik muss) den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen gerecht werden.
(Zum Materialismus und “das Wesen von Gesellschaft” bzw. der Historizität des Materialismus kannst du ja gern nochmal als Marxkenner in der Deutschen Ideologie nachschlagen oder bei Horkheimer, Materialismus und Metaphysik (2005) S. 17 und 22)
Die Reihe nimmt den Anspruch des Materialismus ernst und wollte schauen, wie es um die Fragen nach Aufklärung, Individualität, Säkularisierung etc. in den islamischen Ländern bestellt ist. Es ging überhaupt nicht um Ehrenrettung, sondern um das Gegenteil – sich die gesellschaftlichen Verhältnisse “anzuschauen” (im Sinne von Vorträgen -ja böse Sachautoritäten und “profilierte” (dein Begriff) Kenner des jeweiligen Themas – und Filmen, die die Verhältnisse dort bzgl. der Fragen thematisierten), die Komplexität der Ursachen zu diskutieren (und ja neben “dem Islam” gibt es weitere Faktoren) und zu kritisieren (und dazu eben mit einer kritischen, materialistischen Theorie der Gesellschaft in Verbindung zu bringen)
Das Filme nicht endgültig reflexiv, kritisch und fundiert im Sinne des Anspruchs einer aktuellen Kritischen Theorie der Gesellschaft sind, ist doch zu erwarten (man zeige mir solch einen Film, wenn es diesen gibt). Dazu gab es die Einleitungsreferate der Macher der Reihe, die diese Bezüge hergestellt haben sowie die Diskussionsmöglichkeiten danach.
Dass du von Marx keine Ahnung hast, zeigt u.a. auch das zweite Zitat. Denn sonst würdest du seinen Anspruch an den Materialismus ernst nehmen und nicht Marxens 160 Jahre alte Aussage zum Islam für die heutigen Verhältnisse eins zu eins übernehmen. Die Konsequenz aus der marxschen Wertformanalyse bzw. aus dem Materialismus ist ja gerade, zu schauen wie es sich heute mit Religion (Islam), Gesellschaft, Staat etc. verhält und die Kritik zu “aktualisieren” bzw. eben nicht nach dem „Wesen der Gesellschaft“ im Sinne einer schlechten Metaphysik zu suchen.
Daher ist es notwendig, dass aus der Kritik der Religion/der Metphysik (in der das Streben der Menschen nach Glück im Diesseits auf ein Jenseits verschoben ist – oder mit Marx „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über einen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. (MEW, Bd. 1, 378-379)), die Kritik der Gesellschaft folgt.
Oder mit Marx Worten:
„Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren. Es ist zunächst die Aufgabe der Philosophie, die im Dienste der Geschichte steht, nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven. Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik.“ (MEW, Bd. 1, 379)
Das haben die Macher der Reihe VERSUCHT – Kritik an den Verhältnissen in islamischen Ländern heißt, Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen dort und dafür spielen neben dem Islam andere Faktoren durchaus eine Rolle. Sie dafür zu bashen und einfach Lügen zu verbreiten, ist nur noch armselig und wahnhaft.
Und wenn du schon Marx über Hartmut Krauss zitierst, dann gib ihn wenigstens auch an (Oder hast du dein Wissen doch von ominösen Blogs (z.B. Zölibat.blogspot?), die Leute wie dich als Islamkenner “profilieren”?). Über “schwammige Standards” in der Quellenangabe hat sich Thomas Maul ja schon profiliert.
Die absolute Krönung ist (und damit beweist du endgültig, dass du von dem was du schreibst, eigentlich keine Ahnung hast):
Du meinst die Macher der Reihe hätte keine Ahnung von Dialektik, du dagegen offenbar schon UND SCHREIBST DANN DIESEN SATZ: “was Dialektik meint (…) warum Aufklärung universal oder gar nicht ist”?
Das vermeintliche Unwissen anderer angreifen, aber selbst mit wehenden Fahnen das eigene Unwissen unter Beweis stellen. Ist echt ne Leistung.
Aufklärung ist universal oder gar nicht? Ich dachte, Aufklärung sei dialektisch?
Was magst du wohl damit meinen, universal? Vlt. das Kritik an jeweiligen Verhältnissen sich immer auf eine kritische Theorie der Gesellschaft beziehen muss?
- Komisch, dass scheint aber genau die Position der Leute der betreffenden Reihe zu sein.
- Komisch, eure Kritik ist recht eindimensional und gesteht dem Machern der Reihe nicht zu, die doch komplexeren historischen, regionalen etc. Ursachen der Verhältnisse in den islamischen Ländern in den Fokus zu nehmen (denn neben eurem ahistorischen Islam gibt es auch solche Faktoren wie die Kolonialzeit, Modernisierungsprozesse, Durchsetzung kapitalistischer Verwertungslogik etc. etc.)
Und noch ein Punkt: Aufklärung ist universal? Ach und deswegen beschäftigt ihr euch nur mit ostzonalen Dorfdeppen, HFC’lern und arbeitet euch ewig an der regionalen Linken ab (Was doch nur auf die eigentlich innige Hassliebe zur Linken beweist. Man kann nicht von ihr lassen. Vor 3 Jahren selbst noch mit Wursthaaren ins Reil gerannt und jetzt die Klappe aufreißen.)?
Es ist eigentlich nur noch ein riesen Witz.
Keiner der BT-Leute war auf einer Veranstaltung. In der Reihe ging es um gesellschaftliche Verhältnisse in islamischen Ländern (Die Reihe hieß ja auch “Tradition oder Moderne? Aktualität der Aufklärung im ‘Nahen Osten’” – also um weitreichendere Implikation als nur der Islam!), die Ursachen, Entwicklungen und um die Frage ob und wie Menschen eben unter diesen Verhältnissen in Hinblick auf Aufklärung leben können bzw. ob und welche Bedingungen es gibt für Kritik und eine Lebenspraxis unter und jenseits der von von euch und den Machern der Reihe kritisierten Verhältnisse
Das berührt doch genau die Fragen von Individualität, Säkularisierung, Kritik und Aufklärung, wie sie in der Reihe gestellt wurden.
“Mal ne Frage” hat es bzgl. des Inhalts der VA schon sehr gut auf dem Punkt gebracht.
Nicht im Geringsten ging es um eine Ehrenrettung des Islams.
Dass zu behaupten, stimmt einfach nicht, dass dann immer wieder zu wiederholen, ist wahnhaft und dumm.
Soviel zu eurer Fähigkeit zur Aufklärung oder lediglich Erkenntnis!
Da der Begriff schon wieder auftaucht – und bitte nochmal nur für mich – was ist denn diese ominöse “universelle Aufklärung”???
Und vlt. dazu noch, was denn Dialektik ist – da ihr euch ja hier so als Kenner “profiliert”… (Mir scheint es eher, dass wenn nicht bestimmte Leute an der Feder sitzen, es bei den Fußvolk und Zitatenäffchen doch etwas schwammig wird).
Danke
Oh Mann, langsam wird es lächerlich, wenn du mit einen Haufen verschiedener Namen immer wieder das gleiche schreibst und dich vor allem selbst dafür lobst:
“„Mal ne Frage“ hat es bzgl. des Inhalts der VA schon sehr gut auf dem Punkt gebracht.”
Das ist schon bitter. Denkst du nicht, dass man an der IP sehen kann, von wem welcher Beitrag ist? Schreib doch bitte der Übersichtlichkeit wegen immer nur mit einem Namen. Der Fake ist doch schon nach deinem dritten Beitrag aufgeflogen und wirkt mittlerweile nur noch ärmlich.
P.S. Wenn du nun zu persönlichen Beleidigungen übergehen möchtest (bezogen auf angebliche Leute, die vor drei Jahren mit Wursthaaren in die Reil78 gegangen sein sollen), werden die betreffenden Beiträge – übrigens auch dann, wenn sie aus 1.200 Wörtern bestehen – gelöscht.
[...] Ostzone bizarr: Hallenser Provinz- und Szene-Experten versuchen zusammen mit der kritischen Analyse arabo-islamischer Gesellschaften Marx und materialisti…. [...]
Na dann Udo vergleich mal die IP-Adressen oder frag deine BT-Freunde und lass dich überraschen.
Ich sag ja…wahnhaft…
Udo hat recht.
Ich weiß ja nicht, wie das gehen kann, aber der überlange Kommentar von “Kritik der kritischen Kritik oder warum BT-Freunde Marx lieber selbst lesen sollten” ist nunmal einfach nicht von mir. Dass man, um festzustellen, dass “mal ne frage” und “nicht marxologisch dahergeschwätzt” der gleiche sind, auch daran erkennen kann, dass ich bei beiden die gleiche mailadresse angegeben habe, sollte dem admin auffallen, ebenso, dass oben genannte/r “kritik der kritischen usw.” eine andere ip haben muss. aber wenn es euch hilft, alle, die hier andere positionen vertreten, als eine person wahrzunehmen, bitte. nennt uns einfach “den islamversteher” oder “den schwätzer” und verweilt in eurem wahn, der jemanden wie “joker” nicht bemerken lässt, dass alle texte von aktualitaet.tk genau darauf abzielen, leute, die in der sog. islamischen welt leben, als muslime zu kollektivieren und so dem islam eine deterministische kraft zuzuschreiben. das steht im ankündigungstext, in dem kommentar hier, und das konnte man auf der einen oder anderen veranstaltung sicherlich auch hören.
@ Udo: Schon mal drüber nachgedacht, dass hier nicht nur die Leute von der Reihe ihren Senf dazugeben, sondern auch andere, die sie kennen und ihre Meinung teilen?
Da es hier schon wieder scharf in Richtung Verschwörungstheorie geht werde ich weitere Beiträge unterlassen, auch wenn ich noch keinen der bisher zwei über 1200 wörtrigen Kommentare für mich verbuchen kann.
…dass alle texte von aktualitaet.tk genau darauf abzielen, leute, die in der sog. islamischen welt leben, NICHT als muslime zu kollektivieren und so dem islam eine deterministische kraft zuzuschreiben.
Jaja, haha freudscher Versprecher, werden einige rufen.
Darauf wurde aber genau wert gelegt, u.a. im hier mehrmals gebrachten Zitat von Hendrich. Whatever.
Vermutlich ist bei der BT – im Gegensatz zum affirmierenden Islamfreund mit den vielen Pseudonymen – Marx nicht nur von irgendwelchen zusammengeklaubten Zitaten aus irgendwelchen Blogs, sondern aus eigener Lektüre bekannt.
Was der Herr sonst so vom Stapel lässt, erledigt sich beinahe von selbst: Nachdem sich in epischer Länge zur Verteidigung des Islam aufgeschwungen wurde, soll nun die »Aufklärung im Nahen Osten«, die sich die Reihe auf die Fahnen schrieb, unter völliger Ausblendung des Islam vonstatten gehen, selbstredend in diskursivem Wissenschaftsjargon daherkommend, der Perlen wie diese hervorbringt: »[...] wie Menschen eben unter diesen Verhältnissen in Hinblick auf Aufklärung leben können« und ansonsten, weil man vom Islam nicht kritisch reden will und von ursprünglicher Akkumulation mangels Marxlektüre nicht reden kann, seicht über Kolonialismus daherplaudert.
’nuff said. Bzw. Said.
P.S.: Der Bonjour Tristesse attestiert der unbekannte Vielschreiber dieses:
Was doch nur auf die eigentlich innige Hassliebe zur Linken beweist
Fast scheint’s, als wäre er in inniger Hassliebe der BT verbunden.
Also ich hab auch schon meinen Senf dazugegeben, und meine IP hab nur ich. Und da ich nicht schizo bin, wird der andere Vielschreiber wohl eine andere haben. Aber wie da schon steht, zum einen sind hier alle bekloppt und irre, und zum anderen lohnt es sich nicht, hier zu argumentieren, da irgendwie alle Argumente und Fakten auf komplette Resistenz stoßen.
Hallo,
Ich werde mich an der Diskussion hier nicht beteiligen, aber nur zu Klarstellung: Die Beiträge von
Commander Currywurst
Leipziger
Batman & Robin
Sergio Leone
aktualitaet.tk
nicht marxologisch dahergeschwätzt
Mal ne Frage
Kritik der kritischen Kritik oder warum BT-Freunde Marx lieber selbst lesen sollten
Mick Jagger
stammen allesamt von derselben IP-Adresse. Die restlichen Nutzer habe ich nicht überprüft, kann sein, dass mit dieser IP noch mehr postings geschrieben wurden. Als Bitte: in diesen längeren Diskussionen bitte einen Usernamen verwenden.
Gruß, admin
Dabei wäre es ein leichtes sich jedes Mal ne neue IP zuzulegen; aber irgendwie auch völlig egal wieviele Usernamen und IPs man benutzt, keine Chance, Stasi-Udo findet’s raus.
Vielleicht liegt es einfach daran, dass alle User_innen aus den Uninetz die gleiche IP haben. Nur so eine Vermutung
Nö, ist keine IP_in aus dem Uninetz.
Ziemlicher Kindergarten hier… tztztz.
Da nun mit derselben IP noch mehrfach gespammt wurde, habe ich die entsprechenden Kommentare gelöscht. Bitte zum Thema kommentieren, danke.
So ein einfaches und selbst die Unterkomplexität meines Geschichts-/Politik-/Islamverständnisses in den Schatten stellendes Geschwurbel (ja, wer im Glashaus sitzt) treibt selbst einem Aufklärungsgegner wie mir die Tränen in die Augen. Denn sogar ich habe begriffen, dass verschiedene Leute, die sich als Muslime bezeichnen, verschiedenste Normen und Werte haben können. Und das selbst unter den bösen verwestlichten und geschminkten Partykids auf den Straßen von Teheran, wie ich die demonstrierenden Gegner des islamischen Regimes mal genannt habe, nicht wenige Muslime sind. Vielleicht sind ja gewisse Antideutsche genauso deutsch wie ich?
Danke, Udo!
An die Adresse der antideutschen Kritikaster der BT: Mit Udo Steinbach, allen möglichen Islamisten und sämtlichen Vertretern des Mainstream-Islam wissen wir uns darin einig, dass Menschen aus Ländern, in denen der Islam die Mehrheitsreligion ist, immer als Muslime zu gelten haben und dass ferner der Islam gegen jede Kritik seitens islamophober Rassisten, wie ihr es seid, zu immunisieren ist.
Liebe mit wenig subtiler Kommunikationsguerilla-Methode arbeitende “BT(-Kritikaster)” aka letzter Post von “Kritische Affirmation”. Selbst mein dummer Sohnemann scheint ja weiter zu sein als Ihr. Ihr seid es doch, die mit allen möglichen Islamisten und sämtlichen Vertretern des Mainstream-Islam darin einig seid, dass Menschen aus Ländern, in denen der Islam die Mehrheitsreligion ist, immer als Muslime zu gelten haben. Und die behaupten, dass jegliche Sicht falsch und total anti-Aufklärung ist, die das in Frage stellt, die absolute, mächtig allmächtige Macht “des Islam” nicht anerkennen will, und die gar wagt, jenseits von dessen rechtspositiven Normen auf Gesellschaft zu schauen.
Meine Schwester beliebt zu scherzen: Selbstverständlich sind es die dialektischen Islamfreunde, die gerne von »Muslimen« reden und allen Ernstes behaupten, daß es erstens den Islam nicht gebe und man ihn schon deshalb nicht kritisieren dürfe; daß es zweitens sehr wohl den Islam gebe, der gut und aufklärerisch sei und man ihn schon deshalb nicht kritisieren dürfe; daß drittens Homophobie, Antisemitismus, Misogynie und das generelle Elend in der sogenannten islamischen Welt nichts mit dem Islam zu tun habe (den man schon deshalb nicht kritisieren dürfe), sondern Nachlass des Kolonialismus, also Erbe des weißen Mannes sei.
Mit dieser zutiefst antiaufklärerischen Position, welche der eine Lautsprecher der »Kritischen Intervention«, an der so gar nichts kritisch ist, hier lauthals verkündet, hat dessen Verein viel eher Schnittmengen mit meinem Neffen, als diese islamophoben Rassisten der BT, die stur auf einem universellen Aufklärungsbegriff beharren und fremde Kulturen nicht achten.
Aufklärung und Islam? Da seh ich nicht wie das vernünftig zusammengehen soll. Außer vielleicht, dass der islamische Glaube schon einigermaßen von westlichen Annehmlichkeiten und Verheißungen unterminiert ist.
Ergo, hat Aufklärung dort schon längst stattgefunden, nur eben nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Das böse Kind Islam ist ein bisschen arg fundamentalistisch geraten und lässt bisweilen archaische gesellschaftliche Verhältnisse zurückkehren. Initiativen, die sich dagegen stark machen, gilt es sicherlich zu unterstützen.
Soviel ich verstanden habe, betreibt die KI sowas wie kritische Bibelforschung, nur halt auf muslimisch. Wen’s interessiert…
Hehe, der tofu vom 27.12. war übrigens nicht ich!
Das Wort zum Sonntag:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/951038/Abschied-vom-Beleidigtsein#/beitrag/video/951038/Abschied-vom-Beleidigtsein
Eugen: Abdelsamad erzählt auch nur die Mähr der Tradition und Kultur, die mit dem Islam ja nichts zu tun hat..
Aber was anderes: Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Islamapologeten ihrem Lieblingsthema zuwenden: der Paliapologie… http://www.forum.radiocorax.de/showthread.php?tid=531
tunesien, ägypten, …. wenn ich mir die nachrichten so angucke, und die aktuelle jungle world lese, blitzt in meinem kopf auf “BT & Co. vs. Kritische Intervention – 0:3″
na, dann pass mal auf, dass es dir nicht noch den letzten rest gehirn weg-blitzt
@i heart cm
die revolution in tunesien ist ja nun gerade keine unter islamischen vorzeichen und auch in ägypten sind die muslimbrüder noch nicht an der macht. die kritische affirmation aber behauptet ja, dass “die da unten” nur islam könnten und wollten und wurde gerade widerlegt. also: bt vs ka – 3:0
kritische affirmation aber behauptet ja, dass „die da unten“ nur islam könnten und wollten.
stimmt. das haben einige ganz vergessen, dass die das behaupten. immer und immer wieder. darum schreiben sie auch: “Sowohl Rassisten als auch postmoderne Kulturalisten verknüpfen den Einzelnen dabei erbarmungslos mit dem spezifisch Anderen seiner Kultur, wobei letztere zwar das Lob der Differenz singen, in ihrem Streben nach der Versöhnung der Moderne „mit den vermeintlich unhintergehbaren Essenzen von Kultur, Glaube und identitätsstiftender Geschichte“ aber – wie Geert Hendrich bemerkt – das (selbst-)kritische Potential der Aufklärung ebenso aufgeben wie die emanzipatorische Forderung nach der Autonomie der Subjekte”.
Darum schreiben sie auch: “Ein eigener Bezug auf die Aufklärung, ein kontroverser Standpunkt in der Diskussion um Religion und Säkularität wird ihnen [Menschen im Orient] abgesprochen”.
Darum schreiben sie auch: “Wir wollen versuchen, Debatten über Säkularisierung, Menschenrechte, Freiheit oder Demokratie im ‚Nahen Osten‘ nachzuvollziehen”.
aber richtig, da wird vor allem eins deutlich: kritische affirmation behauptet, dass „die da unten“ nur islam könnten und wollten.
ganz im gegensatz zu euch, die, wie war das noch oben im artikel, “den [!] modernediskurs in der [!] arabischen philosophie” komplett und grundsätzlich abschreiben.
Genau. Mal alles richtig durchdiskutieren und schon machen sich Islamisten und “Diktatoren” vom Acker.
Eigentor würd’ ich sagen. Neuer Spielstand: bt vs ka – 4:0
So. also die aussage, wonach in der reihe rauskommt, das “die da unten” “nur islam” können und wollen, hat ja xx schon ad absurdum geführt. und du versuchst diesen schwachsinn, der ja auch essenz des artikels oben ist, ja nicht mal mehr zu verteidigen.
aber deine aussage jetzt ist ja auch interessant: neuester kritikpunkt an den leuten ist also, dass sie lediglich informieren, analysieren oder “alles richtig durchdiskutieren”. davon würden sich keine islamisten und diktatoren vom acker machen. wie wahr!
doch warum soll das denn bitte ein eigentor sein? fordert ausgerechnet ihr von der bt jetzt PRAXIS, “machen”, praktische soliarbeit a lá waffen für el salvador oder solibasar für “die revolutionäre” in ägypten ein? das ist doch nicht euer ernst. für leute hier ist information, analyse und kritik das einzige was man machen kann. und zu den aufständen im nahen osten habe ich da eben einiges von kritische intervention gefunden, und nichts von euch.
nach den letzten zwei argumenten kann es wohl absurder nicht mehr werden, aber überraschungen gibt es immer wieder.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Ägypten hat das Washington Institute for Near East Policy eine Auswahl von Zitaten zusammengestellt, die die politischen Positionen der Muslimbruderschaft zum Ausdruck bringen.
„Wir werden damit fortfahren, die Flagge des Jihad – zwei Schwerter und einen Koran – zu hissen, so lange die Zionisten ihre Flagge hissen, mit zwei blauen Streifen, um ihren sogenannten Staat zwischen dem Nil und dem Euphrat darzustellen. Und die Bruderschaft wird damit fortfahren, die Juden und die Zionisten als ihre primären Feinde zu betrachten.“ (Muhammad Badi, April 2010)
„Wir haben die Pflicht, die absurden Verhandlungen – seien sie direkt oder indirekt – zu stoppen und alle Formen des Widerstands zur Befreiung jedes besetzten Stück Lands in Palästina, im Irak und in Afghanistan und allen anderen Teilen unserer muslimischen Welt zu unterstützen. Wie alle Religionsgelehrten übereinstimmend meinen, sind der Koran und die Sunna die Quellen eurer Autorität, und nicht UN-Resolutionen oder Weisungen der Zionisten oder der Amerikaner. Dies kann erreicht werden, wenn ihr die palästinensische Sache und die Sache der besetzten islamischen Nationen zur eurer primären Angelegenheit macht. Ihr müsst euren freien Völkern und ihren verschiedenen Institutionen bei ihren wiederholten Aufrufen zu Boykotten, zum Ende der Normalisierung und zur Unterstützung des Widerstands und seiner Akteure beistehen… Ihr müsst alle Kapitulationsabkommen widerrufen… vor allem die Camp-David-Abkommen…, die gegen die ägyptische Verfassung und UN-Resolutionen verstoßen und ägyptische Offizielle insofern zu nichts verpflichten.“ (Muhammad Badi, September 2010)
„Sobald Präsident Mubarak zurücktritt und eine Übergangsregierung gebildet wird, muss der Friedensvertrag mit Israel aufgelöst werden.“ (Rashad al-Bayoumi, 3. Februar 2011)
Die vollständige Zitatensammlung gibt es unter dem folgenden Link:
http://www.washingtoninstitute.org/templateC05.php?CID=3300
(The Washington Institute for Near East Policy, 04.02.11)
Herrjeh! Willst Du damit echt sagen, puuh, die Islamisten, also die Islamisten, die sind immer noch Islamisten? Ja sapperlot, wenn das diese Apologeten hören, die werden gucken!
“nach den letzten zwei argumenten kann es wohl absurder nicht mehr werden”
Bingo. Du merkst auch alles. Na wenigstens stimmt bei euch von der KA die Moral.
Trotzdem Gelb, wegen wiederholten (!) Reklamierens.
PS. Ich bin nicht von der BT, hatte mich lediglich – um im Bild zu bleiben und in Ermangelung eines solchen – kurzfristig zum Schiedsrichter aufgeschwungen. Ansonsten lege ich aber keinen gesteigerten Wert darauf.
Wow! Jemand, der nach der Verkündung eines Kantersieges dann doch zugibt, daß die andere Seite besser spielt und noch dazu ne gute Moral hat, weil sie das weiß!
PS. Ich bin nicht von KI, aber diese xx & a-z-irgendwas haben/hat einfach nur recht, und das fällt wohl jedem auf, der hier belustigt mitliest und lesen und denken kann.
“kann es wohl absurder nicht mehr werden, aber überraschungen gibt es immer wieder.”
Jetzt ham wir den Salat.
[...] den zweiten aber Widerspruch erregende Hybris. Schon vor einem halben Jahr wurde mit Blick auf die seichten Ergüsse eines Autoren der halleschen Loseblatt-Sammlung bonjour tristesse bemerkt, „AG und bonjour [...]
[...] Beispiel 1: Zuletzt Beispiel 2: Irre Antideutschenhasser erörtern Geschichte und Ideologie ihrer „Gegner“ Beispiel 3: Identitäre und halbgebildete Post-Antideutsche machen essentialistische und unmaterialistische R… [...]