Einmal im Jahr zieht es zehntausende Volksmusikfreunde aus der ganzen Republik in ein kleines thüringisches Städtchen. Das seit 1991 stattfindende „Tanz- und Folkfest Rudolstadt“ verzeichnete in diesem Jahr einen Besucherrekord von mehr als 70.000 Gästen. Mario Möller hat sich unters Folk gemischt und ging der Frage nach, was der Grund für die steigende Begeisterung für Veranstaltungen dieser Art ist.
Der Wert ist schon ein übler Geselle. Nicht erst seitdem er seinen scheinbaren Widersacher, den Plan, im ewigen Wettlauf der Systeme täglicher Schufterei nach dem Muster von Hase und Igel – „ich bin schon da“ – auf dem Trip durch die Geschichte stets neutralisieren konnte, hat er diesen „fragwürdigen Planeten“ (Adorno) ganz nach seinem Belieben im Griff. Den Menschen sitzt er beständig im Nacken und setzt dem Einen mehr, dem Anderen weniger zu; er schickt Warenflut um Warenflut und gibt ihnen zu verstehen, dass die gesellschaftliche Position des Einzelnen sich ausschließlich an der Realisierung seines Tauschwertes als Arbeitskraft orientiert. Der rastlose Eifer des Werts, alles und jeden seinem Diktat zu unterwerfen, wird verstärkt durch die objektive Tendenz, wonach sich die Subjekte mit gesellschaftlichen Verhältnissen identifizieren, die objektiv betrachtet im schroffen Gegensatz zu den simpelsten Interessen ihrer Selbsterhaltung stehen. Als Beifahrer der illustren Reisetruppe hat sich der Prozess der Zivilisation1 dazugesellt. Ein wenig Gepäck hat er auch dabei: Aus den Fremdzwängen, die Folge der persönlichen Abhängigkeit von den Marotten der Herrscher in den vormodernen bzw. vorkapitalistischen Gesellschaften waren, sind Eigenzwänge geworden. Der einsetzende Bedeutungszuwachs von Markt und industrieller Produktion resultiert historisch nicht zuletzt auch daraus, dass sich die Leute zur Regelung ihres Affekt- und Trieblebens durch beständige Selbstkontrolle maßregelten. Das Arrangement zunehmender funktionaler Abhängigkeit untereinander (Arbeitsteilung) und der immense Druck, den wirtschaftliche Zwänge (Konkurrenz, Vertragsfreiheit, Verwertungszwang) ausübten, wurde durch das staatliche Gewaltmonopol – das befriedete Räume sicherte – geschützt. Zivilisationsprozess und die Überwindung der traditionellen Ständegesellschaften hatten die kapitalistische Gesellschaft zum Resultat, die sich in ihrer bürgerlichen Phase noch offensiv auf das Glücksversprechen bezog, das dem Einzelnen ein gutes Leben in Aussicht stellte, ohne dass er dafür Macht auszuüben habe. Der historische Gebrauchswert des Kapitalismus besteht nach Marx gerade darin, die Menschen aus ihren „kleinen, halb barbarischen, halb zivilisierten Gemeinwesen“ zu befreien: Aus Gemeinwesen, die die Menschen in Unmündigkeit, Aberglaube sowie despotischer und persönlicher Abhängigkeit verkümmern ließen; aus Zuständen, die den Menschen „unter das Joch äußerer Umstände zwangen“, statt ihn „zum Beherrscher der Umstände zu erheben“.2
Teilzeitausstieg
Doch so recht will sich das sorgenfreie Leben durch die „radikale Revolutionierung der sozialen Verhältnisse“ (Marx) nicht einstellen. Die Menschen leiden immer mehr an und in der Gesellschaft, die sie selbst bilden und schaffen sich Ersatz, um das versprochene, aber lediglich als Schein aufblitzende Glück zu erreichen und die zunehmende Affekt- und Lustlosigkeit zu kompensieren.3 Viele der Möglichkeiten diesem Leiden zu begegnen sind dabei originäre Resultate des Prozesses der Zivilisation – etwa der Genuss von Kunstwerken, Erkenntnisgewinn mittels der Wissenschaften, Bändigung der Naturgewalten, Regelung der sozialen Beziehungen dergestalt, dass es zum Standard wird, nicht Jedem wahllos und ungestraft den Kopf einschlagen zu können. Dennoch hält sich hartnäckig der Glaube, man wäre glücklicher, könnte man die Grenzen, welche die vermittelte Gesellschaft setzt, einfach überwinden und zu einem vorzivilisatorischen Zustand zurückkehren, der frei von Versagungen wäre. Als Projektionsfläche für ein derart angenommenes Paradies dient insbesondere das Leben autochthoner Völkerschaften entlegener Landstriche, das für einen selbst unvorstellbar und unerreichbar zugleich scheint, und das von Einfachheit, Unmittelbarkeit, Bedürfnisarmut und scheinbarem Glück, kurz: durch die Abwesenheit westlicher Zumutungen, gekennzeichnet sei.
Nun gibt es Zeitgenossen, die sich noch etwas unentschlossen zeigen, der ungeliebten Gesellschaft vollends den Rücken zu kehren. Für diese Unglückseligen haben die sich alternativ wähnenden Abteilungen der Kultur- und Freizeitindustrie Schnupperkurse zur Entspannung im Angebot, damit jene in der harmonischen Gemeinschaft von Gleichgesinnten in die vermeintliche Unbekümmertheit und Ursprünglichkeit längst vergangener Epochen oder fremder Kulturen eintauchen können. Großer Beliebtheit erfreuen sich hierbei die an jeder Ecke stattfindenden Mittelalterspektakel. Den neuen, ökologisch versierten Staatsmittelstand zieht es dagegen zum Karneval der Kulturen nach Berlin. Wem die Großstadt hingegen Teil des Leidensproblems ist, der fühlt sich beim „Tanz- und Folkfest“ im ostdeutsch-provinziellen „grünen Herzen Deutschlands“ bestens aufgehoben. Seit nunmehr 20 Jahren gibt sich die sogenannte Folk- und Weltmusikszene an jedem ersten Wochenende im Juli ein Stelldichein in Rudolstadt, einer recht beschaulichen Stadt im Thüringischen mit etwas mehr als 20.000 Einwohnern. Jene Stadt, in der es der westdeutsche Pfarrer Reiner Andreas Neuschäfer recht schnell mit dem Volksempfinden zu tun bekam, als er sich öffentlich gegen fremdenfeindliche Übergriffe durch ganz normale Rudolstädter – die sich gegen seine aus Indien stammende Ehefrau und gegen seine Kinder richteten – zur Wehr setzte und eine für das ostdeutsche Brachland nicht zu leugnende Tatsache beim Namen nannte: Rassistische Beschimpfungen und Gewalt gehen im Zweifelsfall nicht von einer Minderheit deutlich erkennbarer und organisierter Nazis aus, sondern sind das Resultat eines allgemein ostdeutschen Konsenses.4 Das folkloristische Event stellt die Fortführung des in der DDR beliebten Tanzfestes dar, das im Abstand von zwei Jahren allerhand volkstümliche Tanz- und Musikgruppen aus dem damaligen Ostblock auf die Bühnen der Stadt brachte. Nach dem Mauerfall erfuhr das Festival einige Neuerungen: es fand nunmehr jährlich statt; die Festivalleitung rekrutierte sich aus Leipziger Kennern dessen, was als Folk- und Weltmusikszene gilt; es gab eine deutliche Verschiebung des Schwerpunktes von Folkloretanzgruppen hin zu Liveacts aus besagtem Spektrum und darüber hinaus. So haben dann auch Bands den Weg nach Rudolstadt gefunden, die nicht unbedingt dem puristischen Verständnis von Folk entsprechen; so etwa recht banaler Rock von Gianna Nannini oder elektronisch dominierte Musik bis hin zu Reggaegrößen wie Jimmy Cliff. Durch die Erweiterung des musikalischen Spektrums hat sich die ehemals relativ beschauliche Veranstaltung zum „größten Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands“5 gemausert und zieht Zehntausende an – Tendenz steigend. Allein in diesem Jahr verzeichneten die Veranstalter einen Rekord von 71.700 Besuchern.
Wiege der Menschheit
Die zunächst harmlos daherkommende Veranstaltung hat es in sich, wenn man das gebotene Programm nebst den Rahmenbedingungen und die damit im Zusammenhang stehende Struktur der Besucher in den Fokus rückt. Ersteres lässt sich dergestalt zusammenfassen, dass es bis auf wenige Ausnahmen, die im Übrigen in den Besucherforen der Website auch als Folge der Kommerzialisierung seitens der Festivalleitung gelten, Bands zu hören und zu sehen gibt, die in irgendeiner Weise das verkörpern, was man als die Tradition des jeweiligen Herkunftslandes versteht und für unbedingt bewahrenswert hält. So konnte der Besucher in diesem Jahr beispielsweise – neben Volksmusikbarden, die Lieder aus der deutschen Heimatschutzbewegung vortrugen – traditioneller indischer Geigen- und moldawischer Folklore lauschen, einem Schweizer Alphornquartett beim Tröten zuhören und sich vom Beat „afro-keltischer Soundsysteme“ mitreißen lassen. Das ganze Programm glich einer Wesensschau fremder Kulturen, denen größte Bewunderung deshalb zuteil wird, weil sie sich offenbar eine gewisse Resistenzkraft gegen das, was man hier ganz grob als Moderne bezeichnen könnte, bewahrt haben und so deren Zumutungen trotzen: beste Voraussetzungen also, um als Projektionsfläche für die Zivilisationsmüdigkeit der anvisierten Klientel zu fungieren. So wurde der diesjährige Länderschwerpunkt folgendermaßen angekündigt: „Archäologen mögen Reste unserer Vorfahren woanders ausgraben – gefühlt steht die Wiege der Menschheit in Äthiopien. Kein anderes Land wirkt so archaisch, so tief verbunden mit einer uralten Tradition.“
Umrahmt wird das Ganze von einem Szenario, das einem über die ganze Stadt sich erstreckenden Ramschmarkt gleicht. Es hat den Anschein, als hätten sich alle Instrumentenbauer, Met-Verkäufer und Palituchhersteller der Welt aufgemacht, um den Kaufrausch der kurzzeitig der Zivilisation entflohenen Besucherströme, denen der obligatorische Alternativplunder angedreht werden soll, mit der Duftmischung aus Patschuli und vermodertem Keller zu stimulieren. Wer jetzt vermutet, man hätte es bei den Besuchern durch die Bank mit anachronistischen Hippies, Punks und sonstigen Outlaws zu tun, der irrt gewaltig. Ganz auf der Höhe der Zeit trägt der Folkie das Jack-Wolfskin-Komplettprogramm mit sich herum, und zwar nicht nur in Form der allseits bekannten Outdoorkleidungs-Uniformierung, sondern drapiert mit allerhand Beiwerk, bei dessen genauerer Betrachtung sich unweigerlich folgende Frage stellt. Sind die Leute, angesichts mitgebrachter 80-Liter-Rucksäcke, Karabinerhaken und Gaskocher, eigentlich zum Musikhören gekommen oder wo mag sich der Schnee bedeckte Viertausender versteckt haben, der nach dem Meditieren zu „archaischer Kultur“ noch erklommen werden soll? Da die Ausläufer des Thüringer Waldes relativ überschaubar sind, wird die mittels Outfit signalisierte Flucht- und Leistungsbereitschaft zum Geocaching-Wettbewerb: Wer zuerst die zahlreichen, über die gesamte Stadt verteilten Festivalbühnen erreicht, hat gewonnen. Kurzum: der ideelle Gesamt-Folkie kommt aus dem gut situierten Mittelstand, ist voll ökologisch und findet archaische Kulturen „total interessant“. Ihm ist alles diskutabel und tolerabel. In aggressiver Freundlichkeit formuliert er Sätze, die mit „Eigentlich…“ beginnen und niemals zu enden scheinen. Mit anderen Worten: Es handelt sich um jene Sorte Gutmensch, der in den Prenzlauer Bergen der Republik sein Unwesen treibt oder beispielsweise in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg dem Israel-Hasser Christian Ströbele Traumwahlergebnisse ermöglicht.
Heimliche Hassliebe
Allerdings sorgen die Besucherströme nicht nur für Wohlgefallen in der Stadt. Während sich vor allem die ansonsten trostlose Gastronomie über Umsätze freut, die wohl denen des restlichen Jahres zusammen entsprechen und Studenten die Chance nutzen, ihre Überlebens- oder Urlaubskasse aufzubessern, wähnen sich die autochthonen Rudolstädter als Opfer einer Invasion und bezeichnen die Gäste sehr liebevoll als „Asoziale“. Dass die Zusammensetzung der Besucher in ihrer Mehrheit schon längst nicht mehr der der frühen 1990er Jahre entspricht, als jeder Zweite Punk oder Hippie war, spielt für die gewöhnlichen Jammerossis, in Gestalt nostalgischer Freunde des Volkstanzes und Beschützer der heimatlichen Scholle vor Fremden, keine Rolle. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als gäbe es einen eklatanten Widerspruch zwischen den Einheimischen einerseits, die das Multikulti-Treiben mehr als nur skeptisch aus gesicherter Entfernung betrachten oder gleich ihrer Stadt für vier Tage im Jahr freiwillig den Rücken kehren, und andererseits den Besuchern des Festivals. Oberflächlich betrachtet möchte man dann den Rudolstädter Zonis soviel „Fremde(s)“ wie nur irgend möglich an den Hals wünschen. Schaut man etwas genauer hin, so wird allerdings deutlich, dass sich bekennende Ossis und die Jack-Wolfskin-Fraktion so sehr gar nicht unterscheiden. Während die ostdeutschen Heimatschützer ihre Scholle vor Fremden und Nichtdeutschen rein halten wollen, stellt sich bei den Besuchern die Sache etwas anders dar – jedoch mit demselben Resultat. Letztere spielen nämlich die multikulturelle Karte in paternalistischer Absicht: Die bewunderten fremden Kulturen sollen vor dem zersetzenden Einfluss westlicher Zivilisation beschützt werden, um als Projektionsfläche für regressive Zivilisationskritiker zu fungieren. Beide Gruppen eint, dass sie den Schutz bedrohter Volksgruppen und Kulturen im Blick haben. Mit dem einen Unterschied: Die Rudolstädter formieren sich das ganze Jahr über als Kollektiv, um sich Individualität, Verwestlichung und die damit halluzinierte soziale Kälte vom Hals zu halten. Das Öko- und Kulturkartell dagegen tritt bislang nur als temporäre Zusammenrottung in Erscheinung, um für das ein oder andere Wochenende ihr Unbehagen in der Zivilisation zu artikulieren.
Mario Möller
Anmerkungen:
1 Vgl. Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation, Frankfurt a.M. 1982.
2 Vgl. Karl Marx: Die britische Herrschaft in Indien, in: Karl Marx, Friedrich Engels, Ausgewählte Werke, Bd. 2, Berlin (Ost) 1972, S. 435-442.
3 Vgl. Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur, in: Abriss der Psychoanalyse, Frankfurt a.M., Hamburg o.J., S. 63-129.
4 Einen groben Überblick zu den Erlebnissen der Familie in Rudolstadt ist nachzulesen unter: http://www.welt.de/politik/article1899146/Ganz_Ostdeutschland_ist_No_Go_Area.html. Vgl. auch Karl Nele: Aus der Tiefe von Rudolstadt, in Bahamas 55 (2008).
5 Siehe die Selbstdarstellung unter: http://www.tff-rudolstadt.de.
Vielen Dank für diesen mutigen Beitrag, der manche Selbstverständlichkeiten in Ostdeutschland klar beim Namen nennt und scharf analysiert. Ich kann diesen Gedanken aus eigener Erfahrung nur zustimmen! Ein Dankeschön an Mario Möller!
[...] Gerade eingefallen als ich das hier gelesen habe: i„Der einsetzende Bedeutungszuwachs von Markt und industrieller Produktion resultiert historisc… – [...]
Naja, schön und gut: die (Wert)Kritik des Abstrakt-Allgemeinen. Richtig auch: die Kritik regressiver Ideologie im Gewand einer konkret-allgemeinen kultischen Verklärung von kultureller Eigentlichkeit. Aber…
Was ist eigentlich mit der Lust am Klang, am Rhythmus, am Singen und Tanzen, am kollektiven Musizieren und Zuhören?
Kann wer eigentlich nicht mal intensiv hinhören, was andere Musiker(innen) so machen, die konkret eine besondere Musikform mit Liebe und Leidenschaft weiterentwickeln, die daran Zeit und Beharrlichkeit setzen? … die Gefühle von Trauer, Scham, Enttäuschung, Wut, Freude in Ton setzen? …kann wer denen mal etwas mehr Respekt zollen?
Mit anderen Worten: kann wer eigentlich nach Auschwitz noch Musik machen?
Ich meine: Ja! Alte und neue, gute und schlechte!
Danke Rudolstadt!
kann wer? na, aber sicher doch. in 3 wochen kannste deine aussteigerrüstung zusammenschnüren, und bei den 70 000 leuten wirst du mit sicherheit jemanden finden, der “super viel respekt” für allen möglichen unsinn aufbringt. keiner hält dich davon ab, einen hauskreis mit all den leuten zu bilden, um ein kollektives allerlei zu veranstalten. dass du aber keinem argument zugänglich bist, welchen objektiven gehalt der ganze zirkus hat, zeigt, dass freud in einem etwas anderen zusammenhang folgendes festgehalten hat: den wahn durchschaut nicht, wer ihn noch teilt.
respekt für wahn? nö!
es lebe die ideologie des rationalismus.er sollte uns eigentlich vor unserer eigenen bestie bewahren,hat sie aber nur noch mehr geschürt.
wo ist der sinn dabei? wahrscheinlich nur noch im fröhlichen wahnsinn.
oder so
an mm:
Die Musik anderer Kulturen und Zeiten klingt in meinen Ohren keinesfalls nach “alle[m] möglichen unsinn”. Wäre das Zusammentreffen unterschiedlicher Musiken tatsächlich ein “kollektives allerlei”, lohnte die Anreise nicht. Immer die Ohren offen halten, und das feeling nicht vergessen! Locker bleiben!
Und: kommt man mit dem/der einen oder anderen wolfskin ins Reden… vielleicht ein Familienbetreuer oder gar eine Fallmanagerin beim Arbeitsamt…etwas vom “ganze[n] zirkus” ist bei denen auch schon angekommen. Die sind auch ganz bestimmt nicht wahnsinnig…
Überhaupt: “Wahn” durchschauen, objektive Gedankenformen in Aktion sehen, da wird manche Charaktermaske schnell zur hässlichen Fratze. Aber die Seeleute singen: “Wir fürchten uns nicht!”
zu sigrun:
Wie man eine bestie “schüren” soll, ist mir nicht ganz klar, hört sich aber irgendwie nicht gut an….
“Sinn”, “?”, “wahrscheinlich”, “im fröhlichen Wahsinn”, “oder so” ??? Richtig: wer zweifelt und fragt, kommt weiter!!!
Farblich paradiesgartengrün, kulturell barbarisch.
Köstlich, die Spezies der Huldiger des Wilden (“und findet archaische Kulturen „total interessant“. Ihm ist alles diskutabel und tolerabel. In aggressiver Freundlichkeit …”) wird hier sehr deutlich beschrieben.
(Folk / Weltmusik höre ich zwar auch ganz gerne, doch muss man immer wieder prüfen, wann und ob Romantik oder Nostalgie in Demokratieferne kippt.)
Die Sorte der entgrenzt Toleranten hat bekanntlich nichts gegen die urigen Naturburschen der gegenmodernen Scharialobby, und ökologisch jedenfalls partleilich GRÜN ist man auch:
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Nordrhein-Westfalen
Am 22. Februar 2011 unterschrieb die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung eine ‘Verabredung’ (Gemeinsame Erklärung), die den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) über den Kunstgriff eines bislang nie dagewesenen Beirats dazu ermächtigt, Ansprechpartner des Staates für den schulischen Religionsunterricht nach Artikel 7 (3) GG zu sein.
Kritiker halten im Mai 2011 den KRM für derzeit nicht in der Lage, den gesetzlich geforderten Ansprechpartner darzustellen:
“Wenn es keinen Ansprechpartner gibt, kann der Staat sich keinen basteln.”
http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Scharfe-Kritik-an-Islamunterricht-in-NRW-Schulen-id4618894.html
Rechtsprofessor Christian Walter (München) warnt:
“Unter dem Grundgesetz ist es ausgeschlossen, dass sich der Staat über den Beirat einen ihm genehmen Staats-Islam schafft.”
http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-09/islam-unterricht-nordrhein-westfalen/komplettansicht
Sylvia Löhrmann hat bislang darauf verzichtet, zu problematisieren, dass die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die als der deutsche Zweig der global agierenden Muslimbruderschaft gilt, Mitglied des im KRM organisierten Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) ist. Entsprechendes gilt für die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) und ihre Rolle im ebenfalls im KRM organisierten Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IR). Der KRM distanziert sich nicht von der grundgesetzwidrigen Scharia und den dazugehörigen Gesellschaftsentwürfen und Menschenbildern, weshalb er für Staat bzw. Land einstweilen kein Ansprechpartner für einen islamischen Religionsunterricht sein sollte.
In Petition I.3/15-P-2011-05451-00 vom 20.09.2011 heißt es zweckmäßigerweise:
“Der Landtag möge beschließen: Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ist gegenwärtig kein Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht; die am 22.02.2011 in Düsseldorf diesbezüglich getroffene Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der die Einberufung eines im Einvernehmen mit dem KRM zu besetzenden Beirats verabredet worden ist, ist für den Staat, hier vertreten durch das Bundesland NRW, nicht bindend; der von KRM und Schulministerin geplante Beirat ist nicht einzurichten.”
Das von Ministerin Löhrmann und dem KRM vereinbarte Beiratsmodell muss gestoppt werden.