Auf einer hallischen Neonazihomepage konnte vor kurzem beobachtet werden, welche Folgen zu viel Langeweile (keine Arbeit, keine Freundin, kein Jugendclub!) und der extensive Konsum von Kochsendungen haben können. Anstatt das zu tun, was hallische Nazis eben so tun – doof aussehen, Tierlaute von sich geben und sich zum Gespött ihrer jüngeren Geschwister machen –, machten sich die Betreiber dieser Homepage plötzlich Gedanken über den Schutz der einheimischen Esskultur. Der Hintergrund: In einem großen hallischen Internetforum war zuvor darüber diskutiert worden, welcher Imbiss der Saalestadt den besten Döner zubereitet. Die Kameraden brachten ihre Empörung über einen solchen Verrat der guten alten Bratwurst ausgerechnet in einem Gedicht zum Ausdruck, das uns kurz vermuten ließ, ihre Homepage sei von den Humorsoldaten der Cyber-Antifa übernommen worden. Aber nein, die lyrische Hommage an die Bratwurst war eindeutig Made by Nazi und vor allem: vollkommen ernst gemeint. Dieser Perle deutscher Dichtkunst kann man, frei nach Karl Kraus, tatsächlich nichts Schlimmeres antun, als sie zu zitieren. In diesem Sinne:
Unbekannter Nazi
Bratwurst statt Döner
Franken, das Land der Bratwurst,
Fränkische, Coburger, Kuhlbacher, Hofer, Nürnberger, Würzburger, Pfälzer und Oberpfälzer Bratwurst
Südbadener Rote
Nordhessische Bratwurst
Schlesische Bratwurst
Westfälische Bratwurst
Sulzbacher Meterbrater
Rostocker Bratwurst
Thüringer Rostbratwurst
und natürlich die Stadionbratwurst der Sportfreunde beim HFC,
sie alle haben eins gemeinsam: Trotz ihrer Unterschiedlichkeit haben sie eine Heimat und sind Teil unsere Kultur, die es zu schützen gilt.
Der Döner hat keine Heimat, denn in der Türkei kennt ihn keiner!
Ein nationaler Kostverächter, wer dieser halbgaren Ode an die deutscheste aller Würste nichts Schmackhaftes abgewinnen mag.
passt: http://www.youtube.com/watch?v=-moEYVoTokE&eurl=
vielleicht sind manche nazis ja auch blosz so degeneriert, weil sie sich ausschlieszlich von eintoepfen und fleisch ernaehren. mit vitaminen ist da dann nicht viel.
[...] riesigem soßenangebot doch um die ecke. bei der meldung musste ich sofort an ein gedicht aus der bonjour tristesse denken: Unbekannter [...]