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	<title>Kommentare zu: Mein Kampf, dein Kampf</title>
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	<description>Antworten aus der Provinz: Texte für Halle und Umgebung</description>
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		<title>Von: unterdemstrich</title>
		<link>http://bonjourtristesse.wordpress.com/2008/07/22/mein-kampf-dein-kampf/#comment-72</link>
		<dc:creator>unterdemstrich</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 09:46:32 +0000</pubDate>
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		<description>darauf warte ich schon die ganze zeit - dass adorno antisemitismus vorgeworfen wird. 

&lt;blockquote&gt;Ich möchte dabei auf eine Tatsache hinweisen, die sehr charakteristisch in Deutschland kaum bekannt zu sein scheint, obwohl ein Bestseller wie &quot;Die 40 Tage des Musa Dagh&quot; von Werfel seinen Stoff daraus zog. Schon im ersten Weltkrieg haben die Türken - die so genannte Jungtürkische Bewegung unter der Führung von Enver Pascha und Talaat Pascha - weit über eine Million Armenier ermorden lassen. Höchste deutsche militärische und auch Regierungsstellen haben offensichtlich davon gewusst, aber es strikt geheim gehalten. Der Völkermord hat seine Wurzel in jener Resurrektion des angriffslustigen Nationalismus, die seit dem Ende des 19.Jahrhunderts in vielen Ländern sich zutrug.  
Man wird weiter die Erwägung nicht von sich abweisen können, dass die Erfindung der Atombombe, die buchstäblich mit einem Schlag Hunderttausende auslöschen kann, in denselben geschichtlichen Zusammenhang hineingehört wie der Völkermord. [...]
Weiter wäre aufzuklären über die Möglichkeit der Verschiebung dessen, was in Auschwitz sich austobte. &lt;strong&gt;Morgen kann eine andere Gruppe drankommen als die Juden, etwa die alten, die ja im 3.Reich gerade eben noch verschont wurden, oder die Intellektuellen, oder einfach abweichende Gruppen. &lt;/strong&gt;(Adorno, Erziehung nach Auschwitz)&lt;/blockquote&gt;

uiuiui. 

eventuell was für die nächste ausgabe?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>darauf warte ich schon die ganze zeit &#8211; dass adorno antisemitismus vorgeworfen wird. </p>
<blockquote><p>Ich möchte dabei auf eine Tatsache hinweisen, die sehr charakteristisch in Deutschland kaum bekannt zu sein scheint, obwohl ein Bestseller wie &#8222;Die 40 Tage des Musa Dagh&#8220; von Werfel seinen Stoff daraus zog. Schon im ersten Weltkrieg haben die Türken &#8211; die so genannte Jungtürkische Bewegung unter der Führung von Enver Pascha und Talaat Pascha &#8211; weit über eine Million Armenier ermorden lassen. Höchste deutsche militärische und auch Regierungsstellen haben offensichtlich davon gewusst, aber es strikt geheim gehalten. Der Völkermord hat seine Wurzel in jener Resurrektion des angriffslustigen Nationalismus, die seit dem Ende des 19.Jahrhunderts in vielen Ländern sich zutrug.<br />
Man wird weiter die Erwägung nicht von sich abweisen können, dass die Erfindung der Atombombe, die buchstäblich mit einem Schlag Hunderttausende auslöschen kann, in denselben geschichtlichen Zusammenhang hineingehört wie der Völkermord. [...]<br />
Weiter wäre aufzuklären über die Möglichkeit der Verschiebung dessen, was in Auschwitz sich austobte. <strong>Morgen kann eine andere Gruppe drankommen als die Juden, etwa die alten, die ja im 3.Reich gerade eben noch verschont wurden, oder die Intellektuellen, oder einfach abweichende Gruppen. </strong>(Adorno, Erziehung nach Auschwitz)</p></blockquote>
<p>uiuiui. </p>
<p>eventuell was für die nächste ausgabe?</p>
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	<item>
		<title>Von: access denied</title>
		<link>http://bonjourtristesse.wordpress.com/2008/07/22/mein-kampf-dein-kampf/#comment-71</link>
		<dc:creator>access denied</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 08:36:37 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Während die Studenten nichts mehr von der deutschen Tat Auschwitz wissen wollten,&quot;

Das waren eigentlich die, die ihre Eltern das erstemal damit konfrontierten, aber lügen sie sich nur weiter die Realität so zurecht, dass sie in ihre Logik passt.

&quot;Begriffen die revoltierenden Studenten den Kampf des Vietcong nicht viel eher als nachträgliche Rache für Dresden, Hamburg und die Niederlage im Zweiten Weltkrieg?&quot;

Was für ein Unsinn. Tatsache ist, dass das Ausmaß von Auschwitz damals noch relativ unerforscht war, die wirkliche Beteiligung der breiten Masse der Deutschen daran erst mit dem Historikerstreit öffentlich diskutiert wurde. Hinter diesem Hintergrund kam es eben zu diesen Vergleichen. Im Übrigen hat auch Adorno am Todestag von Benno Ohnesorg sich zur Bemerkung hinreissen lassen, die Studenten wären diese Tage die neuen Juden gewesen. Unterstellen sie ihm jetzt auch Antisemitismus oder Shoah-Relativierung.



&quot;Es war zu erwarten: Kaum stellt jemand den anerkannten Meinungskanon über „1968“ öffentlich in Frage, ist die Empörung groß.&quot;

Eine bemerkenswerte Projektionsleistung, alle Achtung. Zwar wird alle Nase lang die Schuld für jedes Übel auf die 68er geschoben und das nicht nur von Eva Hermann, es gibt  jede zweite Woche mindestens ein Diskussion im Fernsehen darüber, wie bösartig die 68er doch waren und wie besonnen doch die BRD war, aber sie sehen auch nur selektiv das, was sie sehen wollen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Während die Studenten nichts mehr von der deutschen Tat Auschwitz wissen wollten,&#8220;</p>
<p>Das waren eigentlich die, die ihre Eltern das erstemal damit konfrontierten, aber lügen sie sich nur weiter die Realität so zurecht, dass sie in ihre Logik passt.</p>
<p>&#8222;Begriffen die revoltierenden Studenten den Kampf des Vietcong nicht viel eher als nachträgliche Rache für Dresden, Hamburg und die Niederlage im Zweiten Weltkrieg?&#8220;</p>
<p>Was für ein Unsinn. Tatsache ist, dass das Ausmaß von Auschwitz damals noch relativ unerforscht war, die wirkliche Beteiligung der breiten Masse der Deutschen daran erst mit dem Historikerstreit öffentlich diskutiert wurde. Hinter diesem Hintergrund kam es eben zu diesen Vergleichen. Im Übrigen hat auch Adorno am Todestag von Benno Ohnesorg sich zur Bemerkung hinreissen lassen, die Studenten wären diese Tage die neuen Juden gewesen. Unterstellen sie ihm jetzt auch Antisemitismus oder Shoah-Relativierung.</p>
<p>&#8222;Es war zu erwarten: Kaum stellt jemand den anerkannten Meinungskanon über „1968“ öffentlich in Frage, ist die Empörung groß.&#8220;</p>
<p>Eine bemerkenswerte Projektionsleistung, alle Achtung. Zwar wird alle Nase lang die Schuld für jedes Übel auf die 68er geschoben und das nicht nur von Eva Hermann, es gibt  jede zweite Woche mindestens ein Diskussion im Fernsehen darüber, wie bösartig die 68er doch waren und wie besonnen doch die BRD war, aber sie sehen auch nur selektiv das, was sie sehen wollen.</p>
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	<item>
		<title>Von: 1968 war nicht 1933 at</title>
		<link>http://bonjourtristesse.wordpress.com/2008/07/22/mein-kampf-dein-kampf/#comment-70</link>
		<dc:creator>1968 war nicht 1933 at</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 07:52:20 +0000</pubDate>
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		<description>[...] was man so Alles stößt, wenn man AD-Blättchen aus Halle liest! „1968“ war ein nationalrevolutionärer Aufbruch in der Tradition von [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] was man so Alles stößt, wenn man AD-Blättchen aus Halle liest! „1968“ war ein nationalrevolutionärer Aufbruch in der Tradition von [...]</p>
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		<title>Von: Laura</title>
		<link>http://bonjourtristesse.wordpress.com/2008/07/22/mein-kampf-dein-kampf/#comment-68</link>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 07:31:23 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;»Die Machtergreifung war der Beginn einer Jugenddiktatur«, schreibt er, um gezielt nicht von der antisemitischen Volksgemeinschaft der Deutschen insgesamt zu reden. Dass weder Martin Heidegger noch Carl Schmitt oder Leo Weisgerber, alles drei wesentliche Professoren und Hochschullehrer während des Nationalsozialismus in den Bereichen Philosophie, Rechtswissenschaft und Sprachwissenschaft, jugendlich waren, spielt keine Rolle. Ohne das konservative, reaktionäre und nationalrevolutionäre Milieu der Weimarer Republik wie der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), dem Stahlhelm, völkischen Bünden und soldatischen ›Kameradschaften‹, Zirkeln wie dem George- oder dem Tat-Kreis, dem alten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg sowie den zahlungskräftigen Teilen des deutschen Kapitals wäre es für die NSDAP schwerer gewesen die Macht zu bekommen. Aly ignoriert diese Fakten und setzt lieber Dutschke mit Goebbels gleich. [...] Wenn Aly nun Dutschkes Sprache mit der von Goebbels auf eine Stufe stellt, argumentiert er antisemitisch. Warum? Es ist antisemitisch eine wie immer strukturierte linksradikale Rede eines ‘68ers mit der auf die Vernichtung der Juden zielenden Hetze eines Joseph Goebbels gleichzusetzen. Damit entwirklicht der Historiker den Judenhass der Nazis. [...] Götz Aly, der nur exemplarisch für eine große Tendenz in Deutschland steht, wird zum Bundesverdienstkreuz-tragenden, gleichsam ›modernen‹ Vertreter eines »soft-core denial« der Shoah. Wer den Unterschied zwischen der Bücherverbrennung vom 1933 und der (auch militanten) Kritik an der Hetze der Springer-Presse gegen die Antiautoritären und ›Ungewaschenen‹ im Jahr 1968 nicht kennt, sollte von der Analyse der Judenverfolgung im Nationalsozialismus schweigen.
 &lt;/blockquote&gt;

lesen, denken!

http://www.wadinet.de/blog/?p=760</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>»Die Machtergreifung war der Beginn einer Jugenddiktatur«, schreibt er, um gezielt nicht von der antisemitischen Volksgemeinschaft der Deutschen insgesamt zu reden. Dass weder Martin Heidegger noch Carl Schmitt oder Leo Weisgerber, alles drei wesentliche Professoren und Hochschullehrer während des Nationalsozialismus in den Bereichen Philosophie, Rechtswissenschaft und Sprachwissenschaft, jugendlich waren, spielt keine Rolle. Ohne das konservative, reaktionäre und nationalrevolutionäre Milieu der Weimarer Republik wie der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), dem Stahlhelm, völkischen Bünden und soldatischen ›Kameradschaften‹, Zirkeln wie dem George- oder dem Tat-Kreis, dem alten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg sowie den zahlungskräftigen Teilen des deutschen Kapitals wäre es für die NSDAP schwerer gewesen die Macht zu bekommen. Aly ignoriert diese Fakten und setzt lieber Dutschke mit Goebbels gleich. [...] Wenn Aly nun Dutschkes Sprache mit der von Goebbels auf eine Stufe stellt, argumentiert er antisemitisch. Warum? Es ist antisemitisch eine wie immer strukturierte linksradikale Rede eines ‘68ers mit der auf die Vernichtung der Juden zielenden Hetze eines Joseph Goebbels gleichzusetzen. Damit entwirklicht der Historiker den Judenhass der Nazis. [...] Götz Aly, der nur exemplarisch für eine große Tendenz in Deutschland steht, wird zum Bundesverdienstkreuz-tragenden, gleichsam ›modernen‹ Vertreter eines »soft-core denial« der Shoah. Wer den Unterschied zwischen der Bücherverbrennung vom 1933 und der (auch militanten) Kritik an der Hetze der Springer-Presse gegen die Antiautoritären und ›Ungewaschenen‹ im Jahr 1968 nicht kennt, sollte von der Analyse der Judenverfolgung im Nationalsozialismus schweigen.
 </p></blockquote>
<p>lesen, denken!</p>
<p><a href="http://www.wadinet.de/blog/?p=760" rel="nofollow">http://www.wadinet.de/blog/?p=760</a></p>
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